[Video] Tausende bei Trauerzug von ermordetem Schwulen

Chile trauert um Daniel Zamudio: Der 24-jährige wurde am 3. März wegen seiner Homosexualität von vier Burschen brutal zusammengeschlagen und gefoltert. 25 Tage später erlag er seinen Verletzungen. Auf seinem letzten Weg wurde er von zigtausenden Menschen begleitet.

Es sind Bilder, die Hoffnung machen – auf eine bessere Welt. Der dreistündige Trauerzug von Daniel Zamudio am Freitag, von San Bernardo im Süden der Hauptstadt bis zum Zentralfriedhof von Santiago de Chile, wird von Menschenmassen gesäumt. Sie schwenken weiße Taschentücher, trugen Bilder des Ermordeten, wehten mit Regenbogenflaggen, applaudieren oder legen Blumen nieder.

Zamudios Bruder Diego dankt sichtlich bewegt den Menschen „für jede Geste, für jede Träne, die für meinen Bruder vergossen wird“. Die Feuerbestattung fand anschließend im engen Familienkreis statt.

Das brutale Verbrechen an dem jungen Mann hat Chile berührt: Sechs Stunden haben seine Peiniger auf Zamidio eingeschlagen, brennende Zigaretten auf seinem Körper ausgedrückt, ihm ein Hakenkreuz auf den Körper geritzt – weil er schwul war. Die Verdächtigen, zwischen 19 und 25 Jahren, weisen die Anschuldigungen zurück.

Doch dieses Verbrechen hat die Bevölkerung in Chile sensibilisiert, für die Gewalt und Schmähungen, die Lesben und Schwule erleiden müssen. Auf einer Bühne vor dem Zentralfriedhof von Santiago de Chile forderten Redner eine strengere Bestrafung von Hassverbrechen und mehr Toleranz für Homo- und Transsexuelle. “Es braucht nicht erst ein Antidiskriminierungsgesetz, damit die Regierung endlich etwas unternehmen kann”, so Gonzalo Cid, Sprecher der Bewegung für sexuelle Vielfalt.

Dieses Anti-Diskriminierungsgesetz wurde bereits vor sieben Jahren ins Parlament eingebracht. Zwar wurde es im November 2011 endlich vom Senat gebilligt, jetzt hakt es allerdings im Abgeordnetenhaus. Konservative fürchten, dass durch das Gesetz die Öffnung der Ehe durch die Hintertür eingeführt werden könnte. Doch der tragische Tod von Daniel Zamudio schlägt große Wellen – und erzeugt Druck, dass dieses Gesetz endlich beschlossen wird.

Einen Fürsprecher haben die chilenischen Lesben und Schwulen in Präsident Sebastián Piñera. Er macht klar: “Wir werden keine Diskriminierung aufgrund des sozialen Status, der Religion oder der sexuellen Orientierung dulden.” Über einen von ihm eingebrachten Gesetzesentwurf über Eingetragene Partnerschaften wurde im chilenischen Parlament noch nicht abgestimmt.