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Pfarrer tritt wegen schwulem Pfarrgemeinderat zurück

Gerhard Swierzek will nicht mehr Pfarrer von Stützenhofen sein. Der Geistliche zieht damit die Konsequenzen aus der Wahl eines offen schwulen Mannes zum Mitglied des Pfarrgemeinderats. Er könne nicht in einer Pfarre tätig sein, deren Mitglieder Recht haben wollen. Wie Swierzek mitteilte, werde er Kardinal Christoph Schönborn bitten, auf diese Pfarre verzichten zu dürfen. Die Messe am Ostersonntag hat Priesterpensionist Dechant George van Horick übernommen.

Obwohl seine Homosexualität im Dorf bekannt ist, haben rund 80 Prozent der Stimmberechtigten dem 26-jährigen Florian Stangl bei der Pfarrgemeinderatswahl seine Stimme gegeben.

Das kann der Pfarrer nicht verstehen. Er betont, er habe ein priesterliches Gewissen und achte „göttliches und kirchliches“ Recht. Zum Thema Homosexualität verweist er auf die konservativen Aussagen von Papst Johannes Paul II. und den römisch-katholischen Katechismus.

Besonders mache ihn „traurig“, dass Kardinal Christoph Schönborn zwar den 26-Jährigen und seinen Lebenspartner empfangen habe, für den Landpfarrer aber noch keine Zeit hatte. Er hofft auf ein Gespräch nach der Auslandsreise des Kardinals.

Für Gerhard Wolfram, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Stützenhofen, nervt der Streit langsam: „Ich hoffe, dass in unserem Dorf endlich wieder Ruhe einkehrt“, zitiert ihn die Tageszeitung „Österreich“.

Intolerant will Swierzek nicht sein – immerhin durfte Stangl beispielsweise jahrelang im Chor mitsingen. Aber es dürfe nicht die Norm sein, in Sünde zu leben – viel mehr habe der Priester die Aufgabe, einen Sünder zur Umkehr zu bewegen.

Seine anderen beiden Pfarren will Swierzek trotzdem behalten. Er sehe sich als „berufenen“ Priester und sei überzeugt, dass das Volk ehrliche Priester wolle.

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