Keine Anti-Homo-Werbung auf Londoner Bussen

Abgeblitzt sind christlich-konservative Gruppen bei den Londoner Verkehrsbetrieben: Sie haben eine Werbekampagne für die Heilung von Homosexualität zurückgewiesen.

Im Jahr 2007 startete die britische Lesben- und Schwulenorganisation „Stonewall“ eine Kampagne auf den Londoner Bussen. Der Slogan: „Some people are gay. Get over it“ – also „Manche Menschen sind schwul/lesbisch. Gewöhn‘ dich dran“. Mangels eigener Ideen haben nun zwei christlich-konservative Gruppen diesen Slogan angepasst: „Not gay! Ex-gay, Post-gay and proud. Get over it“ („Nicht schwul/lesbisch! Ex-schwul und stolz. Gewöhn‘ dich dran“) sollte ab Montag auf 26 öffentlichen Bussen stehen. Das verkündeten zumindest „Anglican Mainstream“ und der „Core Issues Trust“. Doch dabei haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Auf Geheiß des Londoner Bürgermeisters Boris Johnson hat Transport for London (TfL) die Kampagne der Möchtegern-Homoheiler abblitzen lassen. „London ist eine der tolerantesten Städte der Welt und Intoleranz gegenüber intolerant“, erklärte er. „Es ist offensichtlich provokativ, den Eindruck zu erwecken, dass Schwulsein eine Krankheit sei, die heilbar ist, und ich bin nicht bereit, dass dieser Eindruck quer durch London auf unseren Bussen herumgefahren wird.“

Eine Meinung, die von den Betroffenen Organisationen naturgemäß nicht geteilt wird: „Wir sind ernsthaft beunruhigt, dass es nur eine Sichtweise geben kann, und das die Sichtweise von Einzelnen ist, die entschlossen sind, die Homo-Ehe durchzupeitschen und anscheinend glauben, dass Homosexualität auf keine Weise geändert werden kann“, schlägt Mike Davidson vom „Core Issues Trust“ zurück.

Die Organisation sieht sich selbst als „Gemeinnützige christliche Initiative, die Männer und Frauen mit homosexuellen Tendenzen unterstützen möchte, die freiwillig eine Veränderung in ihrer sexuellen Präferenz und ihrem Ausdruck suchen“.

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