Saudi-Arabien verbannt Schwule von öffentlichen Schulen und Unis

Schwule und burschikos wirkende Mädchen haben an öffentlichen Schulen und Universitäten in Saudi-Arabien nichts zu suchen. Das hat die Regierung des muslimischen Königreichs nun bekanntgegeben.

Mit der Kontrolle des Gesetzes wurde die Kommission zur Förderung der Tugend und zur Verhinderung des Lasters, die gefürchtete saudi-arabische Religionspolizei, beauftragt. „An alle öffentlichen Schulen und Universitäten wurde die Weisung erteilt, Schwulen und burschikosen Mädchen den Eintritt zu verwehren und die Anstrengungen zu intensivieren, dieses Phänomen zu bekämpfen, das von einigen Websites beworben wird“, schreibt die lokale Tageszeitung „Sharq“.

Wenn die Betroffenen beweisen können, dass sie sich „gebessert“ haben, kann ihnen der Besuch einer Schule oder Universität wieder gewährt werden, so die Zeitung weiter.

Die Anweisung für diese neue Bestimmung dürften von „höchsten Stellen“ kommen – damit dürfte das saudi-arabische Königshaus gemeint sein. Bereits seit einiger Zeit gibt es Versuche, in dem ölreichen Land „unannehmbare Verhaltensweisen“ in der Öffentlichkeit zu unterbinden.

Homosexualität ist in Saudi-Arabien illegal und wird im Extremfall mit dem Tod bestraft. Diplomaten erklären allerdings, dass Hinrichtungen nur stattfinden, wenn die Betroffenen gleichzeitig im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Mord oder politischer Verbrechen verurteilt worden sind. In der Regel werden gleichgeschlechtliche Handlungen mit jahrelangen Haftstrafen oder schmerzhaften Auspeitschungen bestraft. Die britische Nachrichtenseite PinkNews berichtet, dass ein britischer Krankenpfleger im Jahr 2010 wegen seiner Homosexualität von der Polizei geschlagen und mit dem Tod bedroht worden ist.

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