Chefärztin wegen lesbischer Affäre gefeuert?

Eine Schlammschlacht gibt es in Berlin rund um die Kündigung einer Klinik-Chefin – sie soll gekündigt worden sein, weil sie mit einer Vorgesetzten eine lesbische Beziehung hatte.

Karin Büttner-Janz ist noch immer Deutschlands erfolgreichste Turnerin. 1972 holte die DDR-Sportlerin bei den Olympischen Spielen in München Gold am Stufenbarren und am Pferd, 15 weitere Medaillien bei Welt- und Europameisterschaften.

Nach der Sport-Karriere geht es für sie weiter steil aufwärts: Sie studiert Medizin, erfindet eine künstliche Bandscheibe. Nach der Wende leitete sie für den Vivantes-Konzern die Orthopädische Abteilung zweier Krankenhäuser, 2005 wird sie Professorin.

Doch jetzt der tiefe Fall: Büttner-Janz wurde entlassen. Offiziell geht es um Abrechnungsbetrug. „“Es gibt ein Ermittlungsverfahren gegen Frau Büttner-Janz“, bestätigt auch eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Eine Vivantes-Sprecherin deutet gegenüber der „Bild“-Zeitung an: „Es gibt aber auch noch andere Gründe als die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.“

Welche das sein könnten, berichtet der „Berliner Kurier“. Dort spricht Büttner-Janz selbst über ihre Kündigung. Die verheiratete Medizinerin hat vor einem Jahr ein Verhältnis mit einer Frau begonnen – die der Führungsebene ihres Arbeitgebers Vivantes angehören soll.

Nach Angaben von Simon Bergmann, dem Anwalt von Karin Büttner-Janz, führte Vivantes-Chef Joachim Bovelet deshalb im März zwei Gespräche mit der Medizinerin. „Darin teilte er unserer Mandantin mit, dass sie aufgrund der dargelegten Beziehung nicht mehr als Chefärztin bei Vivantes arbeiten kann“, sagt der Anwalt dem „Berliner Kurier“. Der Chef soll der Ärztin auch empfohlen haben, das Arbeitsverhältnis kurzfristig und einvernehmlich zu beenden. Als Büttner-Janz deshalb den Vivantes-Aufsichtsrat um Hilfe bat, wurde sie gekündigt – fristlos.

Denn die Mail erfüllte „nach unserer Auffassung die Tatbestände der Verleumdung und der üblen Nachrede“, wie es von Vivantes heißt. Kurz darauf tauchen die Vorwürfe auf, dass die 60-Jährige bei den Abrechnungen getrickst haben soll.

Damit stehen Aussage gegen Aussage – und wie es scheint, ist in dieser Sache das letzte Wort noch lange nicht gesprochen…