Anglikanischer Bischof für Homo-Ehe

Einen ungewöhnlichen Fürsprecher hat die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule in Großbritannien gefunden: Nicolas Holtam, anglikanischer Bischof von Salisbury, kritisiert die Haltung seiner Kirche.

Dass die Anglikaner gegen die Ehe-Öffnung sind, ist für Holtam ein „Disaster“. Bei einer Konferenz des „Cutting Edge Consortium“, das sich für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen in der Kirche einsetzt, verglich er die Ablehnung der Ehe-Öffnung mit der Einstellung, die die Kirche früher zu Sklaverei hatte.

So war für Christen damals Sklaverei durch die Bibel gerechtfertigt, weil sie nach deren Sicht die Schöpfungsordnung widerspiegelte. „In Südafrika wurde die Apartheid von der Niederländischen Reformierten Kirche gleich gesehen“, so Holtam.

Wenn es um die Öffnung der Ehe gehe, gäbe es einen „sehr großen Spalt“ zwischen Kirche und Gesellschaft: „Innerhalb der Kirchen sind sich Christen gewissenhaft uneinig über die Interpretation und Wichtigkeit der sechs Stellen der Bibel, die sich mit Homosexualität beschäftigen“, so Holtam weiter. „Die meisten Leute sehen das Verhindern von gleichen Rechten durch die Kirche als unmoralisch und das untergräbt unsere Autorität.“

Mit seiner Meinung ist Holtam nicht alleine: Am Wochenende haben mehrere führende Anglikaner in einem offenen Brief, der in der „Times“ erschienen ist, die Unterstützung der Ehe-Öffnung gefordert.