Gesundheitsminister für künstliche Fortpflanzung bei lesbischen Paaren

Nach Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek tritt nun der nächste SPÖ-Minister für eine Gleichstellung von Lesben und Schwulen im Adoptions- und Fortpflanzungsrecht ein: In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Presse“ fordert auch Gesundheitsminister Alois Stöger eine Anpassung der jetzigen Gesetze.

Stöger ist dafür, dass auch lesbische Paare und alleinstehende Frauen sich künftig künstlich durch In-Vitro-Fertilisation (IVF) befruchten lassen können – und dafür auch Anspruch auf öffentliches Geld durch den IVF-Fonds haben. Geht es nach Stöger, könnte auch die Partnerin der Mutter das Kind adoptieren, dann würden beide Partnerinnen als Elternteile gelten.

Stöger ist in dem „Presse“-Interview auch für eine Öffnung des Adoptionsrechts auf gleichgeschlechtliche Paare – nicht nur für die Stiefkindadoption: „Wenn ein Mann allein ein Kind betreuen kann, warum sollen es zwei Männer nicht können? Ich glaube sogar, dass gleichgeschlechtliche Paare in der Hinsicht reflektierter sind, weil sie sich in der Gesellschaft mehr mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Natürlich müssen sie dieselben Voraussetzungen wie heterosexuelle Paaren erfüllen“, so der Gesundheitsminister.

Stöger ist sich bewusst, dass es bis zu einer Freigabe des Adoptionsrechts zahlreiche Widerstände zu überwinden gibt. Seiner großkoalitionären Gesprächspartnerin, Justizministerin Beatrix Karl von der ÖVP, attestiert Stöger, sie sei „immerhin bereit“ gewesen, „eine Arbeitsgruppe einzurichten“. Doch auch innerhalb der eigenen Partei gebe es „verschiedene Meinungen“ geben, so Stöger in der „Presse“: „Aber die Partei ist aufgeschlossen gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren, auch was IVF und Adoption anlangt.“

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