Dänischer Pfarrer verweigert Witwe Begräbnis

In Dänemark hat ein Pastor einer Frau das Begräbnis verweigert, weil sie lesbisch war. Nach einer Klage entschuldigte sich der Geistliche bei der Familie.

Mehr als dreißig Jahre lang lebte die 74-Jährige in Aalborg mit ihrer heute 80 Jahre alten Partnerin zusammen, als sie starb. Wie vier von fünf Dänen war sie auch Mitglied der evangelischen Staatskirche. Kirsten Østergaard, die Tochter der Toten, ging mit der Witwe deshalb zum zuständigen Pastor, um das Begräbnis zu organisieren. Doch der ließ sie abblitzen.

„Ich dachte, das kann einfach nicht wahr sein. Die Partnerin meiner Mutter war völlig still, und auch ich wurde unendlich traurig.“, erinnert sich Østergaard.

Sie beschwerte sich beim Vorgesetzten des Pastors – mit Erfolg: Dieser entschuldigte sich bei den beiden Damen für sein Verhalten. Seine Rechtfertigung: Er habe gedanklich falsch“ das Recht auf Verweigerung homosexueller Trauungen auch auf die Behandlung von Begräbnissen übertragen.

Kirsten Østergaard ist trotzdem sauer: Zwar war Dänemark vor fast zwei Jahrzehnten das erste Land der Welt, in dem homosexuelle Paare eine Eingetragene Partnerschaft eingehen konnten, an dem Pastor dürfte das aber recht spurlos vorbeigegangen sein: „Sein Menschenbild hat er wohl kaum geändert“, ärgert sie sich im dänischen Rundfunk DR.