Erfolgreiche Lesben- und Schwulendemo in Albanien

Auch in Albanien stehen Lesben und Schwule immer selbstbewusster für ihre Rechte ein: Nachdem eine Gay Pride anlässlich des heutigen Tags gegen Homophobie nach Drohungen abgesagt werden musste, hat eine Handvoll schwul-lesbischer Aktivisten am Montag mit einer Fahrrad-Demo für Homosexuellenrechte demonstriert.

Die Aktion, die unter Polizeischutz stattfand, wurde gleich zu Beginn durch Angriffe unterbrochen: Maskierte Jugendliche warfen selbstgebastelte Rauchbomben auf die Aktivisten. Diese blieben dabei unverletzt und ließen sich nicht beirren.

Fast scheint es, als könnten die Teilnehmer der schwul-lesbischen Rad-Demo ihren Mut selbst nicht fassen: „Wir haben es geschafft“, freut sich Kristi Pinderi, Geschäftsführer von „Pro LGBT“, als er auf Tiranas Hauptpromenade entlang fuhr. Und auch die Aktivistin Xheni Karaj ist begeistert: „Wir fürchten uns nicht mehr, zu zeigen, wer wir sind und können wir selbst sein. Es ist Zeit, diesen Kreislauf der Angst zu durchbrechen, den wir in all den Jahren erleben mussten.“

Um der EU beitreten zu können, hat das Land begonnen, die Rechte von Lesben und Schwulen zu stärken. Im Jahr 2010 wurde ein Gesetz verabschiedet, das Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung zumindest rechtlich verbietet.

An der gesellschaftlichen Realität hat das , wie in anderen Staaten am Balkan auch, bislang nichts geändert. Angriffe und Gewalt gegen Lesben, Schwule und Transgender sind beinahe Alltag.

Doch die Betroffenen beginnen, selbstbewusster aufzutreten.