Iran verunglimpft Song Contest als ‚Homo-Parade‘

Ganz scheint der Iran den Sinn des Eurovision Song Contests nicht verstanden zu haben: So soll der Gottesstaat die Meldung verbreitet haben, dass in Aserbaidschan diese Woche eine „Homosexuellen-Parade“ stattfindet. In Baku wehrt man sich, und ist dabei auch nicht gerade lesben- und schwulenfreundlich.

Wie türkische Medien berichten, beschuldigt Präsidentenberater Ali Hasanov das Nachbarland einer anti-aserbaidschanischen Kampagne: So soll auf mehreren iranischen Internetseiten nachzulesen sein, dass es diese Woche in Baku eine schwul-lesbische Parade gebe. Bei einer Pressekonferenz stellt Hasanov empört klar: „Sie sprechen über etwas, das nicht existiert. Wir tragen den Eurovision Song Contest aus und keine Homosexuellen-Parade“.

Weiters erklärte er – wenig sensibel – dass es auf Aserbaidschanisch überhaupt kein Wort für eine Homosexuellen-Parade gebe, anders als auf Iranisch. Der Iran sei eifersüchtig auf den Erfolg und die weltliche Regierung des Landes, so Hasanov weiter.

Nun hat der Iran wegen des Streits seinen Botschafter in Aserbaidschan, Mohammad Bagher Bahrami, abberufen. Offiziell hat er das Land für „Beratungen“ verlassen.

Es ist nicht der erste Versuch des Irans, den Song Contest in seinem Nachbarland als Homosexuellen-Veranstaltung zu verunglimpfen. Wie der derzeit in Baku befindliche Grüne Bundesrat Marco Schreuder berichtet, ist am 17. Mai die Website „ESCtoday“ gehackt worden.

Statt Infos über das Musikfestival war auf der Seite eine kämpferische Grafik zu sehen, darunter der Text: „Was bringt Schwule nach Aserbaidschan? Was wird in aserbaidschanischen Familien nach der Gay Parade passieren? Es gibt keinen Platz für unmoralische Schwule in Aserbaidschan. Verlasst unser Land. Kein Platz in Aserbaidschan für Schwule, die aussehen wie Tiere.“ Viele vermuten auch hier den Iran hinter diesem Hack.