Kirchenaustritte nach Anti-Homo-Flugblatt katholischer Ärzte

Katholische Werte auch in die Medizin zu bringen – das ist eines der Ziele des „Bundes Katholischer Ärzte“ (BKÄ). Mit einem Flugblatt beim deutschen Katholikentag in Mannheim haben sie das genaue Gegenteil bewirkt: Weil sie Homosexualität für heilbar halten, treten empörte schwule und lesbische Katholiken nun aus der Kirche aus.

So war gestern auch der Initator der Gruppe, der Sänger und Schauspieler Benjamin Franklin Andre, in Berlin beim Amtsgericht Mitte, um aus der römisch-katholischen Kirche auszutreten – und wurde von der mittlerweile mehr als 3.800 Mitglieder zählenden Facebook-Gruppe gegen die Hetze des BKÄ dafür beglückwunscht.

Viele andere Mitglieder haben es ihm bereits gleichgetan oder haben angekündigt, in den nächsten Tagen aus der römisch-katholischen Kirche auszutreten.

Mittlerweile distanzieren sich auch die Organisatoren des Katholikentags, das Zentralkommitee der deutschen Katholiken und der Erzdiözese Freiburg, in aller Schärfe „von der in den Publikationen des BKÄ vorgenommenen Definition von Homosexualität als einer therapiebedürftigen und therapiefähigen psychischen Störung“. Die Meinung des katholischen Ärztebundes entspräche außerdem nicht „der gültigen katholischen Lehre“.

Die Organisatoren geben an, die „Homo-Heilungs“-Flugblätter nicht vorher gesehen zu haben, weil eine solche Überprüfung prinzipiell nicht passiert. Das könnte sich in diesem Fall aber ändern: „Wir betrachten mehrere Aussagen in den Druckschriften, die am Infostand des BKÄ während des Katholikentags verteilt wurden, als diskriminierend gegenüber homosexuellen Menschen. Sollte der BKÄ auch bei künftigen Katholikentagen einen Infostand betreiben wollen, wird dies nicht ohne vorherige Prüfung des Schriftenmaterials möglich sein.“

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