HOSI-Linz-Cafe ‚julius‘ muss zusperren

In den letzten 15 Jahren hat sich in der schwul-lesbischen Welt viel verändert – auch für Lesben- und Schwulenorganisationen in der westlichen Welt. Von der immer stärker werdenden Akzeptanz von Lesben und Schwulen in der Gesellschaft bis zu Coming Out und Dating im Internet: Sie müssen ihre Rolle gründlich überdenken. Das erste Opfer dieser neuen Gegebenheiten in Österreich ist in Linz: Die HOSI Linz muss ihr Angebot deutlich einschränken. Das Café „julius“ im erst 2009 eröffneten Vereinszentrum lädt deshalb heute zu seiner Abschiedsparty. Mangels Publikum muss das Lokal geschlossen werden, und auch das Straßenfest zum Linzer CSD wurde aus Kostengründen gestrichen.

„Die HOSI kann nur Angebote schaffen, aber von Luft, Liebe und schönen Worten kann sie auch nicht leben. Und Faktum ist, dass der Umsatz weiter unter den Erwartungen geblieben ist. Die versuchten Restrukturierungsmaßnahmen brauchen Zeit um zu greifen, Zeit die wir leider nicht mehr haben“, heißt es in einem Newsletter der HOSI Linz.

Zwar habe es die HOSI Linz auch dank zahlreicher Spenden geschafft, Ende letzten Jahres die „für einen weitgehend ausgeglichen Jahresabschluss“ benötigten 45.000 Euro aufzustellen, eine Miet-Nachforderung der Stadt Linz für die Jahre 2009 bis 2011 habe dann aber wieder für ein tiefes Loch im Budget der Aktivisten gesorgt.

Die laufenden monatlichen Kosten von 12.000 Euro für das Café „julius“ ließen sich aber weder aus dem Betrieb noch den bis jetzt genehmigten 39.000 Euro Subvention langfristig begleichen. Die Folge waren gesperrte Konten, die HOSI Linz musste „alle Kosten verursachenden Projekte gegen Null fahren“, um ihre Arbeit weiter fortsetzen zu können.

Das Café „julius“ ist deshalb nur mehr bei speziellen Veranstaltungen der HOSI Linz geöffnet. Am heutigen letzten regulären Öffnungstag gibt es aber noch eine große Abschiedsparty. Auch das Straßenfest zum Linzer CSD, das für den 30. Juni geplant war, musste die HOSI Linz aus Kostengründen absagen.

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