Dänemark öffnet Ehe für Lesben und Schwule

Dänemark öffnet die Ehe für Lesben und Schwule: Das Parlament in Kopenhagen hat gestern mit einer klaren Mehrheit von 85 zu 24 Stimmen für den Vorschlag von Kirchenminister Manu Sareen gegeben, die Eheschließung künftig geschlechtsneutral zu formulieren. Das betrifft Standesämter und die protestantische Staatskirche gleichermaßen. Ihr gehören fast 80 Prozent der Dänen an. Das Gesetz tritt am 15. Juni in Kraft.

Nach der Abstimmung jubelten Lesben- und Schwulenaktivisten von den Zuhörerbänken des dänischen Parlaments, dem „Folketing“. Dänemark hat 1989 als erstes Land weltweit schwulen und lesbischen Paaren die Möglichkeit einer Eingetragenen Partnerschaft gegeben, nach der kirchlichen Trauung gelten gleichgeschlechtliche Paare nun auch offiziell als Eheleute.

Und auch Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt ist zufrieden, ihre Ankündigung vom letzten März wahr machen zu können: „Heute erlauben wir homosexuellen Paaren die Ehe zu den gleichen Bedingungen, wie sie jeder andere hat. Das ist etwas, wofür wir Sozialdemokraten lange gekämpft haben,“ schrieb sie auf Facebook.

Gegen die Neuregelungen waren Teile der Pastoren der Staatskirche. Sie haben sich massiv gegen die Öffnung gewehrt. Laut Gesetz haben sie das Recht bekommen, gleichgeschlechtliche Paare individuell abzulehnen.

Dänemark ist damit das zweite skandinavische Land, dass die Kirche für Lesben und Schwule öffnet: Im Jahr 2009 haben bereits die schwedischen Protestanten beschlossen, homosexuelle Paare zu trauen.

Neben Dänemark haben in Europa auch Belgien, Schweden, Norwegen, Island, Spanien, Portugal und die Niederlande die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet.