Sektenchef tötet 4-Jährigen, weil er ihn für schwul hält

Weil er ihn für schwul gehalten hat, hat ein heute 27-jähriger Sektenanführer einen vierjährigen Burschen erschossen. Nun steht er vor Gericht, berichtet der Lokalsender WRAL.

Peter Lucas Moses, Anführer der extremistischen „Black Hebrew“-Sekte, steht derzeit in Durham im US-Bundesstaat North Carolina wegen zweifachen Mordes vor Gericht. Seine Sekte glaubt, die Nachfahren alter Stämme in Israel zu sein, die als „dominante Schwarze“ einen kommenden „Rassenkrieg“ gewinnen würden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Moses vor, im Oktober 2010 den vier Jahre alten Jadon in seiner Garage mit einem Kopfschuss umgebracht zu haben, weil er bei ihm Anzeichen für Homosexualität gesehen haben will: So soll der Bursch einem Gleichaltrigen einen Klaps auf den Hintern gegeben haben. Außerdem berichtet ein Zeuge, dass Moses auch Jadons Vater für schwul hielt und davon überzeugt war, dass dieser seine sexuelle Orientierung an den Sohn weitervererbt hatte.

Die Tat dürfte aber noch einen anderen Hintergrund haben: Moses lebte Berichten zufolge mit mindestens drei Frauen und neun Kindern seiner Sekte zusammen in einem Haus in Durham. Mit Ausnahme des kleinen Jadon war der Sektenführer der biologische Vater aller anderen Kinder.

In der Anklage beschreibt die Staatsanwaltschaft, wie Moses zwei seiner Frauen befohlen hat, Computer und Lautsprecher in die Garage zubringen. Dann spielte er Gebete auf hebräisch ab, ging mit Jadon in die Garage und schloss die Tür. Daraufhin hörten die Frauen einen Schuss.

Danach mussten sie Moses helfen, die Leiche des Vierjährigen zu beseitigen und sie in einen Koffer zu stopfen. Als die Leiche begann zu stinken, packte er sie in Müllsäcke und verscharrte sie hinter dem Haus von Moses‘ Mutter.

Dort fanden die Beamten auch die Leiche der 28-jährigen Antoinetta Yvonne McKoy. Sie soll Moses zwei Monate nach dem Mord an Jadon verprügelt und dann umgebracht haben, weil sie keine Kinder bekommen konnte und die Gruppe verlassen wollte. Auch sie starb durch einen Schuss in den Kopf.

Damit würde Moses eigentlich die Todesstrafe drohen – doch er hat einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ausgehandelt: Wenn er sich schuldig bekennt und gegen andere Sektenmitglieder aussagt, fordern die Ankläger „nur“ zweimal eine lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung.

Jadons Vater ist bestürzt: „Ich und meine Familie haben gehofft, dass er zum Tode verurteilt wird“, erklärte er in den Lokalnachrichten.

Wegen Beihilfe zum Mord an Jadons sind auch seine Mutter und die anderen Frauen, die mit Peter Moses zusammengelebt haben, angeklagt.