US-Bundesstaat Washington muss über Ehe-Öffnung abstimmen

Im US-Bundesstaat Washington werden die Bürger entscheiden, ob die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet werden soll. Das Parlament hat bereits für die Ehe-Öffnung gestimmt, Gouverneurin Chris Gregoire das Gesetz unterschrieben – doch Gegner haben nun ein Referendum erzwungen.

Wie das Innenministerium des US-Bundesstaates bekanntgegeben hat, sind genügend Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt worden: Mit 247.331 Unterstützern wurde das notwendige Minimum von 120.577 klar überschritten. Eine Stichprobe ergab, dass auch genügend der gesammelten Unterschriften gültig sind.

Damit wird das Gesetz, das letzten Donnerstag in Kraft treten sollte, vorerst ausgesetzt. Nur wenn das Referendum der Ehe-Gegner abgelehnt wird, können gleichgeschlechtliche Paare in Washington heiraten.

Das Referendum wird im November stattfinden. Bis dahin wollen beide Seiten mit allen Mitteln kämpfen: Die konservative „National Organization für Marriage“ hat bereits angekündigt, „das Gesetz aggressiv zu Fall bringen“ zu wollen.

Und auch die Befürworter der Ehe-Öffnung wollen ein Ergebnis wie in Kalifornien verhindern. Damals stimmten die Bürger knapp gegen die Ehe-Öffnung. Zach Silk von „Washington United for Marriage“ ist bereits dabei, Geld für die Kampagne zu sammeln. Er geht davon aus, dass beide Seiten mehrere Millionen Dollar ausgeben werden.

Einer aktuellen Umfrage zufolge sind 54 Prozent der Wahlberechtigten des US-Bundesstaates dafür, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können. Wie viele davon auch beim Referendum abstimmen würden, wurde nicht abgefragt.

In Washington gibt es für Lesben und Schwule seit 2007 die Möglichkeit, eine Eingetragene Partnerschaft einzugehen. Deren Rechte wurden 2009 an jene einer heterosexuellen Ehe angeglichen.