Anglikanische Kirche gegen Ehe-Öffnung

Die anglikanische Kirche von England lehnt die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare offiziell ab. Damit stemmt sie sich gegen Pläne des konservativen Premierministers David Cameron zur Gleichstellung homosexueller Paare.

An einem Brief, den die Church of England am Dienstag veröffentlichte, betonte sie, dass die Ehe eine Vereinigung zwischen Mann und Frau sei. Schwule und lesbische Paare würden bereits durch Eingetragene Partnerschaften viele Vorteile genießen.

Mit ihrer Meinung stehen die Anglikaner nicht alleine da: Auch die römisch-katholischen Bischöfe Englands und der Zentralrat der Muslime sind gegen die Ehe-Öffnung. Gemeinsam sammelten die Gegner des Gesetzesvorschlages mehr als 500.000 Unterschriften – die dem Premierminister medienwirksam von einem frischverheirateten heterosexuellen Paar überreicht wurden.

Einer der bekanntesten Schwulenaktivisten Großbritanniens, Peter Tatchell, kann diese Aufregung nicht verstehen. Er wirft der Kirche „Panikmache und Diskriminierung“ vor.

Der Premierminister hat seinen konservativen Abgeordneten versprochen, dass sie über dieses Gesetz nach ihrem eigenen Gewissen abstimmen zu können. Er hat allerdings in dieser Frage nicht nur die Unterstützung seines Koalitionspartners, den Liberaldemokraten unter Nick Clegg, sondern auch die der oppositionellen Labour Party unter Ed Miliband.