Experten warnen vor Tripper-Epidemie

Eine fast verschwunden geglaubte Geschlechtskrankheit macht den Ärzten Sorgen: Gonorrhöe, auch als Tripper bekannt, droht unbehandelbar zu werden. Davor warnen das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Mit europaweit mehr als 32.000 Fällen im Jahr 2010 ist Gonorrhöe nach Chlamydien die zweithäufigste Geschlechtskrankheit in Europa, so das ECDC. Normalerweise wird Tripper mit Antibiotika behandelt.

Doch in einigen Ländern, unter anderem Frankreich, Norwegen, Schweden und Großbritannien, wird berichtet, gibt es Bakterienstämme, die gegen die herkömmlich eingesetzten Antibiotika resistent sind. Die Zahl dieser Stämme hat sich in Europa von 4 Prozent im Jahr 2009 auf 9 Prozent im Jahr 2010 mehr als verdoppelt. „Das zeigt das Risiko, dass Gonorrhöe in naher Zukunft eine unbehandelbare Krankheit werden könnte“, warnt ECDC-Direktor Marc Sprenger.

Auch Die WHO warnt, dass deshalb in Zukunft Millionen Menschen nicht mehr behandelt werden könnten: „Gonorrhöe wird zu einer wichtigen Herausforderung für die öffentliche Gesundheit, weil immer mehr Infektionen immer weniger Behandlungsmöglichkeiten entgegenstehen“, warnt Manjula Lusti-Narasimhan von der WHO. Um die Zahl der Resistenzen nicht noch unabsichtlich zu erhöhen, sei Vorsicht bei der Einnahme von Antibiotika gegeben.

Tripper kann zu einer Infektion der Harnwege und des Rektums führen. Auch steigt bei Menschen mit einer Gonorrhöe-Infektion das Risiko, sich mit HIV anzustecken.

Links zum Thema

  • GGG.at: Tripper