Italienischer Fußball-Nationalspieler für Ehe-Öffnung

Gute Nachrichten kommen aus der italienischen Nationalmannschaft: In der aktuellen Ausgabe der „Vogue Italia“ spricht sich Mittelfeldspieler Claudio Marchisio für die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule aus.

„Ich befürworte die Ehe von Menschen des gleichen Geschlechts“, so Marchisio, der auch für Juventus Turin spielt. Auf der einen Seite sorge ein Coming Out heutzutage „glücklicherweise“ für wenig Aufregung. Doch er fügt hinzu: „Aber in einem Fußball-Trainingscamp können gleichgeschlechtliche Paare nicht Hand in Hand erscheinen. Das ist nicht fair.“

Damit ist Claudio Marchisio der erste Spieler der „Squadra Azzurra“, der sich offen für die Öffnung der Ehe ausspricht. Vor wenigen Tagen hat noch Stürmer Antonio Cassano erklärt, er hoffe, dass es keine „Schwuchteln“ im italienischen Team gebe – und entschuldigte sich einen Tag später dafür.

Diese Äußerungen seines Teamkollegen sind für Marchisio einfach unbedacht: „Manchmal sagt er naive Dinge. Man hat ein Eindruck, dass er nicht erwachsen werden will“, erklärt er. Cassano sei in Wirklichkeit „ein guter Mensch“.

Noch keine Meinung hat sich Claudio Marchisio darüber gebildet, ob schwule und lesbische Paare auch Kinder haben sollten: „Instinktiv“ bevorzuge er die traditionelle Familie. „Aber das ist eine komplizierte Frage. Und man kann nicht sagen, dass ein heterosexuelles Paar automatisch mehr Liebe geben kann“, räumt Marchisio ein.

Italien und Griechenland sind die einzigen Länder Westeuropas, in denen schwule und lesbische Paare nicht einmal die Möglichkeit haben, eine Eingetragene Partnerschaft einzugehen. Anders bei Italiens Viertelfinalgegner England: Dort kämpft Premierminister David Cameron gerade für eine vollständige Öffnung der Zivilehe.