[Video] Polizei in Uganda stürmt Workshop für Lesben und Schwule

Die Lage für Lesben und Schwule in Uganda bleibt angespannt: Am Montag hat die Polizei ein Workshop für Lesben- und Schwulenaktivisten in einem Vorort der Hauptstadt Kampala gesprengt und deren Teilnehmer vorübergehend festgenommen.

Ironischerweise war das Thema des Workshops, wie man Menschenrechtsverletzungen dokumentieren kann – doch dann erlebten die Teilnehmer aus Kanada, Uganda, Kenia und Ruanda diese Menschenrechtsverletzungen am eigenen Leib: Sie wurden abgeführt und befragt, ihre Hotelzimmer von der Polizei durchwühlt. Vier Teilnehmer wurden vorläufig festgenommen, aber nach einer Intervention ihrer Anwälte wieder auf freien Fuß gesetzt.

Organisiert wurde der Workshop von einem afrikanischen Menschenrechtsprojekt. Amnesty International ist über das Vorgehen der Behörden empört: „Diese irrsinnige und sinnlose Schikanierung von Menschenrechtsaktivisten hat keine wie auch immer geartete gesetzliche Basis“, so Michelle Kagari, die bei der Menschenrechtsorganisation für Afrika zuständig ist: „Wir sehen, dass sich ein beunruhigendes Muster entwickelt, bei dem die Behörden willkürlich und vorsätzlich Menschenrechts-Arbeit einschüchtern und bedrohen.

Für konservative Kräfte in Uganda ist die Auflösung des Workshops ein guter Vorwand, um strengere Gesetze zu fordern – allen voran David Bahati, Schöpfer des umstrittenen „Anti-Homosexualitäts-Gesetzes“: „Die derzeitige Rechtslage ist so schwach, darum haben wir das Gesetz eingebracht, um sie zu stärken.“