Äthiopische Zeitung warnt vor ‚Verseuchung‘ durch Schwule

Eine große Zeitung in Äthiopien warnt vor einer „Verseuchung“ des Landes durch Homosexuelle. Deren Zahl würde „rapide steigen“. In dem ostafrikanischen Land, das über 80 Millionen Einwohner hat, gebe es bereits 16.000 Homosexuelle, so das Blatt. Diese würden, so die Zeitung, durch die USA und Europa unterstützt.

Wie die Tageszeitung „Yenga“ weiter schreibt, hätten schwule Männer durchschnittlich 75 Sexualpartner im Jahr – besonders promiskuitive Schwule würden es auf neun Partner pro Tag bringen.

Homosexualität, die als „unafrikanisch“ gilt, werde durch Studenten, die ein Stipendium in Europa und den USA bekommen, nach Äthiopien „importiert“, so die Zeitung. In dem Artikel heißt es weiter, die Millionen Dollar, die für Stipendien an äthiopische Studenten zur Verfügung gestellt werden, dienen in Wirklichkeit dazu, die „Kultur der Homosexualität“ weiter zu verbreiten. Deren „Agenten“, zum Beispiel die Studenten, sollen dann Straßenkinder zwischen 8 und 16 Jahren „rekrutieren“, so die Zeitung weiter. Auch Touristen, die UNO, europäische und nordamerikanische Botschaften und internationale Organisationen würden mit ihren schwulen Mitarbeitern Homosexualität in Äthiopien weiter verbreiten, ist „Yenga“ überzeugt.

Damit hat die Propaganda, mit der erzkonservative Kleriker aus Europa und den USA die Stimmung in Afrika vergiften, auch Äthiopien erreicht. Formulierungen und Stoßrichtung des Artikels sind ident mit Berichten, die unter anderem in Uganda zu einem harten Kurs gegen Lesben und Schwule geführt haben.

Bereits in der letzten Woche war in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba eine „nationale Anti-Homosexualitäts-Konferenz“. Die Teilnehmer haben die Regierung aufgefordert, „dringende Maßnahmen zu ergreifen“, unter anderem die Verhängung der Todesstrafe, um die „rasende Ausbreitung“ von Homosexualität und den für die Teilnehmer damit verbundenen Missbrauch junger Burschen zu verhindern.

Teilnehmer der Konferenz waren unter anderem die wichtigsten religiösen Führer, Beamte, Parlamentsmitglieder, Parteichefs, Jugendorganisationen.

Schwul-lesbische Aktivisten aus Äthiopien haben berichtet, dass im Land der Hass gegen Homosexuelle seit der Konferenz zugenommen habe. Sie berichten unter anderem von Todesdrohungen.