EuroGames in Budapest gingen ohne Zwischenfälle zu Ende

In Budapest sind gestern die EuroGames zu Ende gegangen. Es war die erste internationale schwul-lesbische Veranstaltung, die in einem Land des ehemaligen Ostblocks stattgefunden hat. Die von Rechtsextremen angekündigten und Redaktionen im Ausland willig weiterverbreiteten Angriffe blieben vollständig aus.

Sie sind die größte schwul-lesbische Sportveranstaltung, die es dieses Jahr in Europa gibt: Die EuroGames, die letzte Woche in Budapest stattfanden. Im Vorfeld wurde viel darüber diskutiert, wie gefährdet die Teilnehmer aus ganz Europa in Ungarn sind, hat das Land doch einen deutlichen Rechtsruck hinter sich. Die gefürchteten Störaktionen rechter Gruppen blieben aus – Polizei und Veranstalter-Security leisteten vorbildhafte Arbeit.

Zusätzliche Unterstützung bot die internationale Politik: Zum Beispiel der dänische Kultur- und Sportminister Uffe Elbæk, dessen letzte Tat während der dänischen EU-Präsidentschaft die Eröffnung der EuroGames war. Was die Organisatoren geleistet haben, weiß er genau – hat er doch die Outgames, die 2009 in Kopenhagen stattgefunden haben, selbst mitorganisiert. Unterstützung der Botschafter aus den USA, Großbritannien oder Australiens machte der ungarischen Politik den internationalen Stellenwert dieser Veranstaltung klar.

Auch hatten sich die diplomatischen Vertretungen 16 westlicher Staaten in Ungarn, darunter auch Österreich und Deutschland, in einer gemeinsamen Stellungnahme für das Recht der LGBT-Community stark gemacht, „große Events zu organisieren und sich auf friedlicher und gesetzeskonformer Art auszudrücken“.

Und so bleiben gut 3.800 Teilnehmer aus mehr als 30 Staaten Europas, die mit einem guten Gefühl aus Budapest abreisen: Die Stadt hat sich von ihrer heißesten Seite gezeigt, Freundschaften wurden geschlossen, Romanzen begannen. Die Abschlussparty am Samstag war auch der Höhepunkt der schwulen Partywoche der Budapester. Die Stimmung war offen, und als gegen halb fünf der Morgen graute, waren viele Teilnehmer und Einheimische noch am Feiern.

Die ungarischen Mainstream-Medien berichteten zahlreich über die Veranstaltung – und zwar überwiegend positiv. Die Hasstiraden einzelner rechtsextremer Politiker fanden im Ausland mehr Echo als in Budapest.

Und gerade wegen der Normalität, in der diese EuroGames letztendlich stattgefunden haben, haben die 120 Freiwilligen, die für den mehr oder weniger reibungslosen Ablauf der Spiele verantwortlich waren, einen großen Beitrag für die Lage von Lesben, Schwulen und Transgendern in Mittel- und Osteuropa geleistet.

Wie sehr der Geist der EuroGames die Budapester erreicht hat, können sie diese Woche zeigen: Gestern Abend, nur wenige Stunden nach der Schlusszeremonie der EuroGames, wurde das schwul-lesbische Filmfestival eröffnet. Höhepunkt ist die Budapest Pride am Samstag. Wieder wird befürchtet, dass Rechtsextreme diesen Umzug massiv stören werden. Dass die Bevölkerung der ungarischen Hauptstadt nicht hinter ihnen steht, ist seit der letzten Woche klar.

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