Madrid Pride: 700.000 wollen Ehe-Öffnung beibehalten

Sie ist eine der größten und buntesten Lesben- und Schwulenparaden in Europa: Am Samstag haben in Madrid 700.000 Menschen gefeiert. Doch heuer war die Parade auch so politisch wie schon lange nicht mehr: Schließlich geht es darum, Rechte wie die Ehe-Öffnung vor der konservativen Regierung zu behaupten.

Denn die derzeit regierende Volkspartei (PP) unter dem jetzigen Regierungschef Mariano Rajoy hat im Jahr 2005 Verfassungsklage gegen die Öffnung der Ehe und die uneingeschränkte Adoptionsmöglichkeit für gleichgeschlechtliche Paare eingereicht. Diese war vom sozialistischen Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero ermöglicht worden. Eine Entscheidung des Verfassungsgerichts steht bis heute aus.

Rajoy hat in der Vergangenheit mehrmals gesagt, ihm wären Eingetragene Partnerschaften lieber als die Ehe für Lesben und Schwule. Die Teilnehmer der Parade antworteten ihm unmissverständlich: „Gleiche Ehe-Rechte. Kein Herumpfuschen an Gleichheit.“

Auch in Paris feierten am Samstag Lesben und Schwule. Nach Angaben der Veranstalter hatte die Parade bis zu 500.000 Teilnehmer. Der offen schwule Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoë, begrüßte den Plan des neu gewählten Präsidenten François Hollande, bis zum nächsten Jahr die Ehe in Frankreich für Lesben und Schwule zu öffnen.