Schwulenkreuzfahrt durfte nicht in Casablanca anlegen

Es hätte der erste Halt einer Schwulenkreuzfahrt in einem arabischen Land werden sollen. Doch daraus wurde nichts – die marokkanischen Behörden untersagten dem Schiff, den Hafen von Casablanca anzulaufen.

Vielleicht hätte der Veranstalter, die US-Firma RSVP Vacations, zuerst die Lage in Marokko genauer prüfen sollen: Homosexualität ist in dem nordafrikanischen Land illegal und kann mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Trotzdem war geplant, die mit mehr als 2.000 Schwulen besetzte „Niew Amsterdam“ der Holland America Line in Casablanca einlaufen zu lassen.

Geplant war dort ein Besuch der Moschee „Hassan II.“ und einiger Märkte. Doch daraus wurde nichts: „Unser Mitarbeiter in Casablanca teilte uns mit, dass die Behörden in Marokko – entgegen anderslautender Zusagen im Vorfeld – unseren Besuch verweigert haben. Für uns alle ist das eine sehr enttäuschende Entwicklung. Es war definitiv eine Entscheidung der lokalen Behörden in Marokko.“

Dem widerspricht der Tourismusminister von Marokko. Er betont, es habe keine Entscheidung der Behörden gegeben, das Einlaufen der „Niew Amsterdam“ zu untersagen: „Wir verbannen keine Kreuzfahrtschiffe und wir fragen unserer Besucher nicht nach ihrer sexuellen Orientierung“, erklärt Lahcen Haddad. Er ist Mitglied der säkularen „Volksbewegung“, die derzeit gemeinsam mit der gemäßigt islamischen „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ die Regierung Marokkos bildet.

Auf die Frage, ob das Schiff Marokko nun besuchen könnte, antwortete er: „Sie können, wenn die Veranstalter das wollen.“

Zumindest bei dieser Kreuzfahrt wird nichts mehr daraus: Das Kreuzfahrtschiff musste ins südspanische Málaga weiterfahren und ging dort vor Anker. Die einwöchige Kreuzfahrt begann am Freitag in Barcelona begann. An Bord befinden sich überwiegend Europäer und US-Amerikaner.