Lesben dürfen in China Blut spenden

In China dürfen Lesben künftig Blut spenden. Das Gesundheitsministerium in Peking hat am 1. Juli ein 14 Jahre geltendes Verbot aufgehoben. Sexuell aktive schwule Männer sind aber weiterhin vom Blutspenden ausgeschlossen.

Eine Lesben-Aktivistin sagte den „Global Times“, sie freue sich über die Entscheidung des Ministeriums und werde mit Freundinnen eine gemeinsame Blutspende organisieren.

Ihr erster Versuch, nach dem Erdbeben von Szechuan im Jahr 2008 Blut zu spenden, scheiterte: Man erklärte ihr, sie dürfe nicht spenden, weil sie homosexuell war: „Aids bekommt man nicht, weil man homosexuell ist, sondern von unpassendem sexuellen Verhalten“, ärgert sie sich heute noch: „Es geht um unsere Würde und das Ende einer Diskriminierung beim Blutspenden.“

Nun werden nur mehr Männer vom Blutspenden ausgeschlossen, die Sex mit Männern haben.

Dass zumindest Lesben Blut spenden dürfen, liegt daran, dass China endlich gelernt habe, dass Homosexualität und Aids nicht das Gleiche sind, erklärt der Sexologe Li Yinhe: „Ein falsches Verständnis dieser beiden Dinge ist der Hauptgrund, warum Homosexuelle als unerwünschte Gruppe beim Blutspenden aufgeführt waren. Nach dieser Entscheidung zu urteilen, hat sich die Sichtweise des Landes zu Homosexuellen und Aids weiterentwickelt.“