Stefan Petzner wurde zum Fürsprecher für Regenbogenfamilien

Kurz vor der Sommerpause wurde es gestern im österreichischen Nationalrat noch einmal unerwartet hitzig – und BZÖ-Mandatar Stefan Petzner outete sich nach fast 12 Stunden Sitzung als Verfechter von Regenbogenfamilien.

So kritisierte Petzner das althergebrachte Familienmodell der FPÖ und betonte, dass es heute auch neue Formen von Familien gebe. Wichtig sei das Kindeswohl – und zwei Papas können genauso eine „gute Familie“ sein wie zwei Mamas oder ein Papa, so Petzner.

Darauf ätzte FPÖ-Abgeordneter Wolfgang Zanger, ihm werde „schwindlig“, wenn Petzner von Familienpolitik rede: Das sei, als würde ein „Blinder die Farbenlehre erklären“, so der Freiheitliche. Petzner konterte: „Tun’s zuerst denken und dann reden.“

Unterstützung bekam Petzner vom seinem Parteikollegen, Ex-Verteidigungsminister Herbert Scheibner. Dieser betonte, es sei eine persönliche Entscheidung, wie man sein Zusammenleben gestalte, und darüber brauche man sich auch nicht lustig machen. Alle anderen Fraktionen quittierten diese Meldung mit Applaus.

Als Kämpfer für die Rechte von Lesben und Schwulen ist Stefan Petzner bislang eher nicht aufgetreten: Bei der Abstimmung über die Einführung der Eingetragenen Partnerschaft im Dezember 2009 überlegte er es sich in letzter Minute und tauschte die graue Karte für Zustimmung gegen die rosa Karte für Ablehnung aus.