Kongress-Abgeordneter heiratet seinen Freund

Zum ersten Mal in der Geschichte der USA ist ein aktiver Kongressabgeordneter eine gleichgeschlechtliche Ehe eingegangen: Samstag Abend haben sich der 72-jährige Demokat Barney Frank und sein 30 Jahre jüngerer Freund Jim Ready im Boston Marriott in Newton das Ja-Wort gegeben. Frank und Ready sind seit 2007 ein Paar.

Geschlossen hat die Ehe Deval Patrick, der Gouverneur von Massachusetts, persönlich. In dem US-Bundesstaat ist die Ehe für Lesben und Schwule seit Mai 2004 geöffnet – nach einem Urteil des Höchstgerichts des Bundesstaates. Damit ist Massachusetts der erste US-Bundesstaat, der die Ehe für Lesben und Schwule öffnete. Ironischerweise war der heutige republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney damals Gouverneur des Bundesstaates.

Rund 300 Freunde und Familienangehörige wohnten dem feierlichen Moment bei. Unter den Gästen waren einem Bericht des „Boston Globe“ zufolge auch der ehemalige Präsidentschaftskandidat John Kerry und die demokratische Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi.

Frank ist seit 1981 Mitglied des Kongresses in Washington. Er war einer der ersten US-Bundespolitiker, der offen zu seiner Homosexualität stand. In sechs Monaten geht Frank in Pension. Vor kurzem sagte er, er wolle heiraten, bevor er sein Mandat zurückgebe.

Und auch das Eheversprechen war eher ungewöhnlich. Wie die „Washington Post“ berichtet, versprachen sich die beiden Männer „den anderen zu lieben und der beste Freund des anderen zu sein – in Krankheit und Gesundheit, im Kongress oder in Rente, ob die Welle zum Surfen hoch oder nieder steht, in Reichtum und Armut, unter Demokraten und Republikanern, ob der Schnee auf der Piste frisch oder eisig ist, ob die Buchkritiken gut oder schlecht sind, in guten wie in schlechten Zeiten, auf MSNBC oder Fox News – solange beide leben.“

Im diesjährigen US-Präsidentschaftswahlkampf ist die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule ein heiß umstrittenes Thema: Präsident Barack Obama hatte sich Anfang Mai als erster US-Präsident offen dafür ausgesprochen. Die Entscheidung darüber möchte er aber den einzelnen Bundesstaaten überlassen.