Türkei: 14-Jähriger schnitt schwulem Bruder die Kehle durch

Erratum: Wie die türkische LGBT-Gruppe „KAOS GL“ berichtet, hat sich dieser Vorfall bereits vor 20 Jahren ereignet. Wie es zu diesem Fehler kommen konnte, erklären wir in diesem Artikel. Wir entschuldigen uns für alle Unannehmlichkeiten.

In der Türkei soll ein 14-Jähriger seinem 26-jährigen Bruder die Kehle durchgeschnitten haben, weil er schwul war. Das berichtet die Tageszeitung „Sabah“.

Der tragische Vorfall soll sich letzten Mittwoch in Gaziantep im Süden der Türkei ereignet haben: Der jüngere Bruder von Burhan Tatlı wurde offenbar von seinen Freunden gehänselt, weil sein großer Bruder schwul war.

Nach Angaben der Polizei folgte er daraufhin seinem Bruder von dessen Arbeitsplatz und stellte ihn zur Rede. Im Affekt soll er ihm dann die Kehle durchgeschnitten und mit dem Messer noch vier Mal auf ihn eingestochen haben.

Bei der Polizei erklärte der 14-Jährige, seine Freunde hätten ihm eingeredet, sein Bruder sei ein schlechter Umgang für ihn. „Ich bereue es nicht“, sagte er den Beamten.

Für den türkischen Schwulenaktivisten Kemal Ordek zeigt der tragische Vorfall „wie dieses System und die Moralvorstellungen aus einem Kind einen Mörder machen“. Die Lesben- und Schwulenorganisation ILGA-Europe hat im Mai die Türkei als einen der schlechtesten Plätze in Europa gekürt, in dem Lesben und Schwule leben können.

Gewaltverbrechen gegen Lesben, Schwule und Transgender sind in einigen Teilen der Türkei fast an der Tagesordnung, Schutz von Seiten der der Regierung gibt es keinen.

In die Schlagzeilen kam im Jahr 2008 der Mord an dem jungen Schwulen Ahmed Yildiz, der in Istanbul auf offener Straße erschossen wurde – vermutlich als „Ehrenmord“ von seinem eigenen Vater.

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