Italienische Linke streitet um Eingetragene Partnerschaft

In der italienischen Linken gibt es Streit um die Einführung einer Eingetragenen Partnerschaft für Lesben und Schwule.

Die Granden der „Partito Democratico“ (PD), einem Mitte-Links-Bündnis, wollten am Samstag bei ihrem Parteitag letzten Samstag nicht über einen Antrag der offen lesbischen Parlamentsabgeordneten Anna Paola Concia abstimmen. Dieser forderte die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften in Italien. Derzeit ist Italien das einzige Land Westeuropas, das gleichgeschlechtlichen Paaren keine rechtliche Absicherung bietet.

Pier Luigi Bersani, der Generalsekretär der PD, erklärte, man habe den Antrag abgelehnt, weil man bereits „einem anderen Antrag für Bürgerrechte von LGBT“ zugestimmt habe. Die dem christlich-sozialen Lager zuzuordnende Partei-Präsidentin Rosy Bindi erklärte, man könne den Antrag gar nicht unterstützen, da er dem verfassungsmäßigen Schutz der Ehe widerspreche. Doch die Parteibasis sieht das anders.

Dutzende Parteimitglieder haben in den letzten Tagen ihr Parteibuch zurückgegeben. Sie beschuldigen die Führung der PD, eine Diskussion über das Thema abdrehen zu wollen. Auch der in der Partei für Europapolitik zuständige Sandro Gonzi schüttelt den Kopf: „So unterstützen wir das schlechteste Recht Europas. Wir müssen dem französischen Präsident Hollande folgen“. Dieser möchte in den nächsten elf Monaten die Ehe in Frankreich für Lesben und Schwule öffnen.

Auch Enrico Fusco, Deligierter für die Region Pulien versteht die Welt nicht mehr: „Einige rechte Politiker in Italien sind mittlerweile lesben- und schwulenfreundlicher als die Mehrheit der Linken“, ärgert er sich.