US-Pfadfinder wollen keine Lesben und Schwulen

Lesben und Schwule bleiben bei den US-Pfadfindern unerwünscht. Zu diesem Schluss kommen die „Boy Scouts of America“, nach einer fast zwei Jahre dauernden Überprüfung ihrer Statuten.

Die Überprüfung durch ein elfköpfiges Gremium war ein Zugeständnis der Pfadfinder an Aktivisten, die sich gegen das Verbot homosexueller Betreuer und Mitglieder wehrten. Doch das Ergebnis ist ernüchternd: Es gebe keine Notwendigkeit, das Verbot aufzuheben.

„Das bricht mir das Herz“, ist der 19-jährige Eric Jones enttäuscht. Er wurde wegen seiner Homosexualität von seinen Aufgaben als Aufseher eines Pfadfinderlages gefeuert. „Das ist eine Organisation, die Burschen hilft“, sagte er dem „Kansas City Star: „Ihnen zu sagen, sie können nicht sein, wer sie sind, ist falsch.“

Die große Mehrheit der Eltern von Pfadfindern stehe hinter der Entscheidung, behauptet Scouts-Chef Bob Mazzuca: „Sie legen auf das Recht wert, Fragen zur gleichgeschlechtlichen sexuellen Orientierung innerhalb der Familie oder mit Hilfe eines Geistlichen anzusprechen, zu einer angebrachten Zeit in der richtigen Umgebung.“ Damit werden auch Versuche gestoppt, die Entscheidung über schwule Pfadfinder den einzelnen Ortsverbänden zu überlassen.

Doch schwule Pfadfinder dürften nie eine Chance gehabt haben, von der Dachorganisation akzeptiert zu werden. Wie das „New Civil Rights Movement“ berichtet, hat Bryan Fischer, Chef der homophoben ultrakonservativen „American Family Association“ in einer Radiosendung zugegeben: „Der Leiter der Boy Scouts hat mich angerufen“, und versprochen: „Wir werden die Standards nicht ändern“.

Ein Verhalten, dass schwul-lesbische Aktivisten ärgert. Jeremy Hooper vom Blog „Good As You“ fragt: „Haben die Boy Scouts [die schwul-lesbischen Organisationen] GLAAD oder HRC angerufen? Haben sie versucht, irgendeine unserer Gruppen zu erreichen um ihre Richtlinie zu diskutieren, oder haben sie einem Mann vertraut, der einmal gesagt hat, Homosexualität käme von Adolf Hitler?“

Das Homosexualitäts-Verbot bei den Pfadfindern entspricht übrigens US-Recht: Das Oberste Gericht hatte es erst im Jahr 2000 bestätigt. Die Boy Scouts hätten ein Grundrecht, sich ihre Mitglieder selbst auszuwählen – und Homosexualität sei mit den Werten der Pfadfinder nicht vereinbar, so die Richter.

Die 1910 gegründete Organisation zählt eigenen Angaben zufolge 2,7 Millionen jugendliche Mitglieder.