Finanzamt widerspricht Minimundus-Chef

Schlagzeilen hat gestern die beliebte Klagenfurter Familienattraktion Minimundus gemacht, weil sie einem lesbischen Paar mit zwei Kindern den Kauf einer Familienkarte verwehrt haben. Geschäftsführer Hannes Guggenberger begründete dies unter anderem mit Auflagen der Finanz – doch die widerspricht ihm.

Gegenüber der „Kleinen Zeitung“ sagte Guggenberger, er würde „Probleme mit dem Finanzamt“ bekommen, wenn er gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kindern Familienrabatt gewähre. Gegen welche Richtlinien er dabei verstoßen würde, verriet er nicht.

Wohl auch, weil es solche Richtlinien gar nicht gibt. „Wir haben keine einzige Vorgabe bezüglich Familienkarten. Wann ein Betrieb solche verkauft und an wen, das interessiert uns nicht“, stellt das Finanzamt Klagenfurt klar.

Doch Guggenberger beharrt auf seiner Sichtweise: Wenn sein Unternehmen der lesbischen Familie die günstige Familienkarte gewährt hätte, hätte das Finanzamt die zu Unrecht bezogene Vergünstigung möglicherweise Minimundus verrechnet, erklärt er der „Kleinen Zeitung“: „Das Gesetz setzt uns in Schwierigkeiten, die wir gar nicht haben wollen“.

Auf der Minimundus-Homepage heißt es, auf die Familienkarte hätten nur „Vater, Mutter und eigene Kinder bis 15 Jahren“ Anspruch. Was normalerweise natürlich nicht kontrolliert werde, betont Guggenberger – außer bei dem lesbischen Paar, bei dem es offensichtlich gewesen sei, dass sie nicht „unter diese Definition“ fielen.

Mehrheitseigentümer der „Minimundus GmbH“ ist übrigens der Verein „Rettet das Kind Kärnten“, eine nach eigenen Angaben „private, gemeinnützige, überparteiliche und konfessionell nicht gebundene“ Kinderhilfsorganisation. Präsident des Vereins ist FPK-Landesschulratspräsident Walter Ebner.

Kein Verständnis für die Haltung von Minimundus hat unter anderem auch Peter Traschkowitsch, Bundesvorsitzender der sozialdemokratischen Homosexuellen-Intitative „SoHo“. „Auch Minimundus kann zur Kenntnis nehmen, dass viele Organisationen, Betriebe und Unternehmungen österreichweit Regenbogenfamilien nicht diskriminieren. Jedoch bin ich guten Mutes, dass ein Unternehmen, zu dessen Leitbild die Unverletzlichkeit der Menschenwürde gehört, zu einem Einsehen kommt und mit dieser Diskriminierung von Regenbogenfamilien Schluss macht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei Minimundus in Klagenfurt weiter so vernagelt und borniert bleibt“, so Traschkowitsch zu dem Fall, der von den Grünen Andersrum ins Rollen gebracht wurde.