‚Minimundus‘ lenkt ein

„Die kleine Welt am Wörthersee“ lenkt ein: Nachdem die Kärntner Vorzeige-Attraktion „Minimundus“ zunächst einem lesbischen Paar mit Kindern eine Familienkarte verwehrt hat, rudert Geschäftsführer Hannes Guggenberger jetzt zurück. Er entschuldigt sich für das „große Missverständnis“.

In einer ersten Reaktion hatte Guggenberger gemeint, die beiden Frauen könnten für sich und seine Kinder keine Familienkarte kaufen: „Auch eingetragenen Partnern ist es in Österreich nicht erlaubt, Kinder zu adoptieren. Deshalb kann ich Familien wie diese nicht als solche akzeptieren.“, zitierte ihn die „Kleine Zeitung“ noch Mitte letzter Woche.

Weiters betonte er damals, „Probleme mit dem Finanzamt“ zu bekommen, wenn er auch homosexuellen Paaren eine Familienkarte zugestehe. Dieses schüttelte den Kopf: „Wir haben keine einzige Vorgabe bezüglich Familienkarten. Wann ein Betrieb solche verkauft und an wen, das interessiert uns nicht.“

Die Empörung in der Community war groß. Bei Guggenberger liefen die Telefone heiß. „Die Bandbreite der Reaktionen reichte von Vorschlägen für eine Neugestaltung der Preistafel bis hin zu wüsten Beschimpfungen“, erzählt er der „Kleinen“.

Nun rudert der Minimundus-Geschäftsführer zurück: „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich für keine Art von Diskriminierung zu haben bin“, erklärt Guggenberger zerknirscht: „Es liegt uns fern, jegwelche Familientypen zu diskriminieren oder zu benachteiligen. Wir sind froh über alle Familientypen die nach Minimundus kommen. Es liegt uns auch fern, jegliche sexuelle Orientierung irgendwie zu werten.“

Bei der betroffenen Familie möchte er Abbitte leisten: „Ich bedaure den Vorfall zutiefst. Ich will mich bei der Familie auch entschuldigen und sie zu uns einladen oder sonst entschädigen.“, erklärt er dem ORF Kärnten.

Mit Lesben- und Schwulenorganisationen will er nun ein neues Tarifsystem für Minumundus entwickeln, das „auf moderne Formen des Zusammenlebens Rücksicht nimmt“.

Bis dahin haben auch gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern Anspruch auf ein „Minimundus“-Familienticket. Die Kassenkräfte seien dahingehend sensibilisiert worden, sagte Guggenberger. Dieses Ticket um 30 Euro wird von rund 25 Prozent der mehr als 200.000 jährlichen Besucher gelöst. Laut Preisliste ist es derzeit noch für Mutter, Vater und deren eigene Kinder bis 15 Jahre erhältlich.