Öffnet Schottland am 1. Jänner 2015 die Ehe für Lesben und Schwule?

Schottland könnte der erste Teil der Britischen Inseln sein, der die Ehe für Lesben und Schwule öffnet. Geht es nach der schottischen Regierung, können gleichgeschlechtliche Paare ab 2015 mit den gleichen zivilen und religiösen Zeremonien heiraten können wie heterosexuelle Paare.

Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll noch heuer ausgearbeitet werden, die Abstimmung soll nächstes Jahr erfolgen. Die stellvertretende Regierungschefin Nicola Sturgeon von de Scottish National Party (SNP) erwartet sich bei der Abstimmung eine solide Mehrheit für das Gesetz, schließlich sind alle Parteivorsitzenden für die Öffnung der Ehe.

Einklang mit England und Wales gesucht

Ausnahmen soll es für religiöse Trauungen von Lesben und Schwulen geben: So sollen sich Kirchen und Geistliche, die auch homosexuelle Paare trauen wollen, in ein öffentliches Register eintragen, um Konflikte zu vermeiden.

Damit geht Schottland weiter als England und Wales, wo zwar die Ehe auch vor den nächsten Wahlen 2015 für Lesben und Schwule geöffnet werden soll – aber nur für zivile Trauungen.

Weil für die schottische Regelung auch das britische Gleichbehandlungsgesetz geändert werden muss, will die schottische Regierung die notwendigen Änderungen mit der britischen Regierung absprechen. Die Öffnung der Ehe soll in Schottland dann erst in Kraft treten, wenn das novellierte Gleichbehandlungsgesetz gültig ist.

Religionsgemeinschaften proben den Aufstand

Widerstand gegen die Ehe-Öffnung kommt erwartungsgemäß von Religionsgemeinschaften. So haben die römisch-katholische Kirche und muslimische Gruppen Postkarten- und Internet-Petitionen gegen das Gesetz begonnen. Auch die anglikanische Church of Scotland hat sich gegen die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule ausgesprochen. Sie sieht die „wesentliche Natur der Ehe in einer Verbindung zwischen Mann und Frau“.

Die schottische Regierung will sich dadurch aber nicht beirren lassen: „Wenn wir als Land eine gleichberechtigte und tolerante Gesellschaft anstreben, wie wir es in Schottland tun, dann ist das der richtige Weg“, so Sturgeon selbstbewusst.