Erste Olympia-Medaille für offen lesbische Sportlerin

Die erste offen lesbische Athletin hat bei den Olympischen Sommerspielen in London eine Medaille gewonnen: Die Deutsche Judith Arndt hat beim Einzel-Zeitfahren der Frauen Silber erobert. Gold ging denkbar knapp an die US-Amerikanerin Kristin Armstrong – sie kam mit 15 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Arndt, die derzeit amtierende Weltmeisterin im Zeitfahren, führt auch das deutsche Team an. Trainiert wurde die 36-Jährige einige Zeit von ihrer Freundin, der neun Jahre älteren Petra Roßner. Roßner hat 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona Gold in der 3000-m-Einerverfolgung geholt. Heute widmet sich Roßner dem Rad-Nachwuchs in Sachsen. Die beiden kennen sich seit 1996.

Doch auch für Arndt ist das heutige Silber nicht die erste Olympia-Medaille. 1996 gewann sie in Atlanta Bronze in der Einerverfolgung. In Athen 2004 holte sie im Straßenbewerb Silber. Vier Jahre später in Peking reichte es nur für Rang sechs beim Zeitfahren.

Arndt gilt als eines der großen Vorbilder im deutschen Radsport: Im letzten Jahr wurde sie in Sachsen „Sportlerin des Jahres“, der deutsche Radfahrerbund zeichnete sie als „Radsportlerin des Jahres“ aus.

Die Zeitfahrwettbewerbe der Radfahrer starten und enden vor dem Hampton Court Place im Südwesten Londons. 24 Fahrerinnen hatten einen 29 Kilometer langen Rundkurs mit zwei kleinen Erhebungen zu bewältigen.