Sonntag erste Lesben- und Schwulenparade in Vietnam

Das kommunistische Vietnam scheint sich gegenüber Lesben- und Schwulenrechten zu öffnen: Die Behörden haben die Organisation einer Lesben- und Schwulenparade in der Hauptstadt Hanoi am Sonntag nicht verboten.

Organisiert wird die Parade von der 24-jährigen Nguyen Thanh Tam. Sie war im letzten Jahr bei der Parade in Stockholm, das hat sie inspiriert. Mit einer europäischen Lesben- und Schwulenparade ist die Veranstaltung in Hanoi trotzdem nicht vergleichbar.

Sie rechnet mit maximal 200 Teilnehmern. In Hanoi wird unter der Regenbogenflagge nicht marschiert, sondern Rad gefahren. Einen Marsch könnten die Behörden als Provokation betrachten, befürchtet die Organisatorin Für eine Demostration wären auch Genehmigungen erforderlich. Die gibt es selten oder nie, weil die Regierung keine Meinungsfreiheit gewährt.

Nguyen geht es vor allem darum, dass die Community in Vietnam Selbstvertrauen gewinnt: „Wir müssen gesehen werden, die Leute müssen wissen, dass es uns gibt und dass wir selbstsicher sind“, erklärt sie.

Noch vor fünf Jahren war Homosexualität im kommunistischen Vietnam ein Übel: Kriminelle wurden oft verdächtigt, schwul zu sein. Diese Einstellung hat sich aber mittlerweile oft geändert

So hat der Justizminister neulich öffentlich angedacht, die Heiratsgesetze ändern, damit gleichgeschlechtlichen Paaren mehr Rechte bekommen. Der Abgeordnete Duong Trung Quoc rechnet mit voller Zustimmung in der Nationalversammlung. „Es gibt neuerdings Filme und Romane über Schwule und Lesben, das zeigt eine Tendenz, und das zu akzeptieren ist ein guter Schritt“, sagt er.