Vatikan verweigert bulgarischem Botschafter die Anerkennung

Es gibt einen neuen bulgarischen Botschafter im Vatikan: Kiril Marichkow gilt als Idealbesetzung. Doch dort ist er nicht willkommen – weil er vor Jahren eine Erzählung mit einem schwulen Handlungsstrang geschrieben hat.

Marichkow hat eigentlich einen makellosen Lebenslauf: Sein Großvater war schon in den 1990ern Diplomat im Vatikan, der 37-jährige spricht fünf Sprachen fließend, hat in Italien studiert, ist mit einer Italienerin verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder. Was spricht also dagegen, diesen talentierten Mann als Botschafter seines Heimatlandes im Vatikan einzusetzen?

Für die Kirchenfürsten die Tatsache, dass er im Jahr 2005 das Buch „Die Flüchtlingsroute“ geschrieben hat, das in Bulgarien als Bestseller gilt – und in dem es auch einen schwulen Handlungsstrang gibt: Eine der Hauptfiguren des Romans, der in Osteuropa und Italien spielt, bezahlt einen anderen Mann für Sex.

Das reicht in der katholischen Hierachie, um zur unerwünschten Person erklärt zu werden. Der apostolische Nuntius in Bulgarien, Janusz Bolonek, hat dem Papst bereits im Vorfeld mitgeteilt, Marichkow sei „nicht willkommen“. Und tatsächlich wurde ihm die offizielle Akkreditierung im Kirchenstaat verweigert.

Für den Vatikan spielt es keine Rolle, dass die Hauptfigur im Roman seine Sünden Gott beichtet und um Vergebung bittet. Denn diese gibt es rund um den Petersdom offenbar nicht.

Bulgarien wird die diplomatischen Spannungen, die der Vatikan erzeugt hat, wohl unbeschadet überstehen: Der Großteil der Bevölkerung ist bulgarisch-orthodox, weniger als 1 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholisch.