„Sex ohne Kondom nur in Beziehungen würde HIV-Neuinfektionen halbieren“

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Grafik: GGG.at

Die HIV-Neuinfektionen unter schwulen Männern würden sich halbieren, wenn ungeschützter Analsex nur in langjährigen Partnerschaften praktiziert werde. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Fachjournals „Lancet“.

Analverkehr mit wechselnden Partnern sei der hauptsächliche Übertragungsweg des HI-Virus unter schwulen Männern. Das Risiko einer Übertragung sei dabei 18 Mal größer als bei Vaginalverkehr, so das Team von Chris Beyrer von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore. Besonders groß ist das Risiko beim passiven Partner, bestätigt auch diese Studie.

Immer mehr schwule Männer sind infiziert

Besonders erschreckend: Die Zahl der Infektionen nimmt weltweit wieder zu. In karibischen Staaten ist bereits ein Viertel der schwulen Männer HIV-positiv. In Afrika sind es 18 Prozent und in Nordamerika 15 Prozent. Allein in den USA ist die Zahl der neu festgestellten Infektionen seit 2001 jährlich um etwa 8 Prozent gestiegen. Eine weitere Erkenntnis der Studie: Schwule Netzwerke tragen dazu bei, dass HIV mit „besonders hoher Geschwindigkeit“ übertragen werden könne.

Außerdem seien bei schwulen Männern häufiger gefährlichere Typen des HI-Virus zu finden als in anderen Bevölkerungsgruppen. Die Forscher empfehlen deshalb, über eine vorbeugende Einnahme von HIV-Medikamenten unter Schwulen nachzudenken. In den USA ist das HIV-Medikament „Truvada“ erst vor Kurzem auch für die Prävention zugelassen worden.