Schwulenfeind als Romneys Vize-Kandidat

Am Samstag hat der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney seinen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten präsentiert: Es wurde der überzeugte Katholik Paul Ryan, Kongress-Abgeordneter im Bundesstaat Wisconsin. Der Tea-Party-Aktivist fiel in der Vergangenheit unter anderem wegen seiner Meinung zur Gleichstellung von Lesben und Schwulen negativ auf.

„Unsere Rechte kommen von der Natur und von Gott, nicht von der Regierung“, machte er seine Position auch in seiner ersten Rede nach der Nominierung klar. In der Vergangenheit hat er bereits gegen die Öffnung der Ehe und Adoptionsmöglichkeiten für gleichgeschlechtliche Paare gestimmt.

Dem entsprechend ist die Nominierung ein gefundenes Fressen für das Wahlkampf-Team von Präsident Barack Obama. Dort listet man auf, wogegen Ryan im Detail war. „Er hat gegen die Aufhebung der diskriminierenden Richtlinien von ‚Don’t Ask, Don’t Tell‘ gestimmt und unterstützt, dass durch ein Verbot der Ehe-Öffnung Diskriminierung in der Verfassung festgeschrieben wird“, ließen die demokratischen Wahlkämpfer auch gleich ausrichten. Auch war Ryan gegen das „Matthew-Shepard-Gesetz“, das Schwule und Lesben seit 2009 besser vor Hassverbrechen schützt.

Deutlich auch die Bewertung verschiedener Bürgerrechts-Organisationen: Die schwul-lesbische „Human Rights Campaign“ gibt ihm eine Bewertung von 0%, während die schwulen- und lebensfeindliche „Family Research Group“ ihn mit 90% bewertet – immerhin hat er neun von zehn Anliegen der Gruppe im Parlament unterstützt.

Dem entsprechend auch die Reaktion von Chad Griffin, Präsident der „Human Rights Group“: „Ryans Abstimmungsliste gegen Fairness, Wärde und Gleichheit ist abgehoben von der Mehrheit der Amerikaner und einer immer größer werdenden Mehrheit der Republikaner“.

Umfragen geben Griffin recht: So hat der Fernsehsender NBC erhoben, dass mittlerweile die Hälfte der Republikaner unter 35 Jahren für die Öffnung der Ehe ist. In der Gesamtbevölkerung zeigt sich ebenfalls seit längerem eine stabile Mehrheit für die Gleichbehandlung.

Bei der Nominierung von Ryan sagte Romney: „Dann und wann mache ich einen Fehler. Mit diesem Typen habe ich keinen Fehler gemacht.“ Ähnliches hörte man auch bei der Nominierung von Sarah Palin.