Ansprechpartnerin für Lesben und Schwule bei Berliner Staatsanwaltschaft

In Berlin hat Justizsenator Thomas Heilmann von der CDU eine Ansprechpartnerin für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei der Staatsanwaltschaft vorgestellt: Oberstaatsanwältin Ines Karl soll nicht nur Beschwerden und Anzeigen entgegen nehmen, sondern Kontakte zur Polizei oder zu Hilfsorganisationen herstellen.

Damit soll es den Opfern homophober Gewalt leichter gemacht werden, die Täter anzuzeigen. Dem entsprechend nannte der Justizsenator die Ernennung Karls ein „Signal des Vertrauens in den Rechtsstaat“.

Bis zu 90 Prozent der Gewalttaten gegen Lesben, Schwule und Transsexuelle würden in Berlin nicht gemeldet werden, schätzen das Anti-Gewaltprojekt „Maneo“ und die Berliner Polizei. Die 400 Fälle, die im letzten Jahr gemeldet wurden, dürften nur die Spitze eines Eisbergs sein.

Alleine deshalb sei die Stadt Berlin gefordert, so Karl. Außerdem werden in der deutschen Bundeshauptstadt homophobe Straftaten nun gesondert erfasst – dafür stehen der Oberstaatsanwältin auch sechs Dezernenten zur Verfügung.

Mit der Bestellung einer Ansprechpartnerin für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei der Staatsanwaltschaft erfüllt der CDU-Justizsenator einen Teil der Koalitionsvereinbarung mit der SPD von Klaus Wowereit: Dort hatte man sich darauf geeinigt, Projekte gegen Homophobie auszubauen.

Opfer homophober Gewalt können das Büro von Ines Karl unter der Berliner Telefonnummer 030/9014-2697 oder per E-Mail unter [email protected] erreichen. Bei der Polizei gibt es bereits mit den Kriminaloberkommissaren Harald Kröger und Maria Tischbier Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Diese sind unter der Telefonnummer 030/4664-979444 erreichbar.