Mittwoch, 24. Juli 2024
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Saudi-Arabien gegen Internet-Domain ‚.gay‘

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Saudi-Arabien legt gegen einige neue Top-Level-Domains, deren Einführung geplant ist, Einspruch ein. Besonders versucht der Staat, die Domain „.gay“ zu verhindern. Homosexualität ist in Saudi-Arabien illegal und kann mit dem Tod bestraft werden.

Die Internet-Regulierungsstelle ICANN prüft derzeit die Einführung von 1927 neuen Top-Level-Domains. Gegen 31 von ihnen hat Saudi-Arabien offiziell Beschwerde eingelegt, vor allem aus kulturellen und religiösen Gründen, wie zum Beispiel gegen „.islam“.

„.gay“ würde „Homosexualität bewerben“

Besonders angetan hat es den Sittenwächtern aber die Endung „.gay“. Diese würde „Homosexualität bewerben“ und für „viele Gesellschaften und Kulturen anstößig“ sein, so die saudiarabische Telekommunikationsbehörde CITC. Im Einspruch heißt es, die in den Vereinigten Staaten ansässige ICANN dürfe nicht anderen Gesellschaften „westliche Kultur und Werte“ auferlegen.

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„Wenn ‚gay’ eine akzeptable Aktivität in den USA ist, heißt das nicht, dass sie in anderen Ländern willkommen ist‘, so Abdulaziz Al-Zoman, der im Namen der CITC Einspruch gegen „.gay“ eingelegt hat. Al-Zoman forderte die ICANN auf, sensibler mit kulturellen Unterschieden umzugehen. Amerikanische Schwule könnten sich ja Adressen wie „gay.us“ sichern. Eine derartige internationale Top-Level-Domain dürfe es aber nicht geben.

Doch auch gegen andere Domains hat Saudi-Arabien Protest eingelegt: „.baby“, vom Konsumgüter-Konzern „Johnson & Johnson“ initiiert, gefällt der arabischen Behörde nicht, weil es auch für Porno-Websites genutzt werden könnte. Dem entsprechend stehen auch „.porn“, „.sexy“, „.adult“, „.sex“, „.dating“ und „.virgin“ auf der Schwarzen Liste Saudi-Arabiens.

Und auch „.islam“ ist der saudiarabischen Regulierungsbehörde suspekt, weil „eine private Firma nicht die gesamte oder einen Teil der muslimischen Community repräsentieren“ könne.

Die Einspruchsfrist für die neuen Domain-Änderungen läuft im Jänner 2013 ab.