Erneut Razzia gegen Lesben und Schwule in Simbabwe

Simbabwe scheint verstärkt gegen Lesben und Schwule vorgehen zu wollen: Wie das Bündnis afrikanischer Bürgerrechtsgruppen (ARASA) mitteilte, fand am Montag erneut eine Razzia im Büro der Lesben- und Schwulengruppe „Gays and Lesbians of Zimbabwe“ (GALZ) statt. Dabei wurden Computer und Dokumente mitgenommen.

Es ist der zweite Machtbeweis der Staatsgewalt innerhalb weniger Tage: Bereits letzte Woche wurden 44 Lesben und Schwule in den Büros der GALZ verhaftet. Offiziell ging es bei dieser Razzia um „illegales Datenmaterial“ und „anstößige Publikationen“. ARASA vermutet, dass auch diese Razzia als Aktion gegen die Veröffentlichung eines Berichtes geplant war, in dem GALZ Verletzungen der Rechte Homosexueller und Informationen über Verstöße im Verfassungsentwurf für Simbabwe veröffentlicht hat.

ARASA verurteilte beide Übergriffe und forderte die Freilassung der Festgenommen.

Männliche Homosexualität ist in Simbabwe illegal. Robert Mugabe, langjähriger autoritärer Machthaber Simbabwes, hatte Lesben und Schwule mit „Hunden und Schweinen“ gleichgesetzt. Im Jahr 2006 wurde das Gesetz noch verschärft. Jetzt ist sogar Händchen halten in der Öffentlichkeit verboten.

Im Oktober 2011 sah es kurzzeitig so aus, als würde sich die Lage für homosexuelle Bürger verbessern: In einem Interview mit der BBC-Sendung „Newsnight“ kündigte Premierminister Morgan Tsvangirai an, dass in der neuen Verfassung Simbabwes auch sexuelle Minderheiten vor Diskriminierung geschützt würden. Beobachter vermuteten, dass es Tsvangirai mit dieser Stellungnahme vor allem darum ging, jene Länder nicht zu verscheuchen, auf deren Entwicklungshilfe Simbabwe angewiesen ist.