James Franco dreht schwule Sex-Szenen

Schwulen Filmfans ist James Franco spätestens seit „Milk“ oder „Howl – das Geheul“ ein Begriff. Für sein neues Projekt geht der Schauspieler noch weiter: Er hat sich bewusst einen Regisseur ausgesucht, der Erfahrung mit dem Filmen schwuler Sex-Szenen hat.

Inspiriert ist Francos neues Projekt, eine Mischung auf Film und Installation, vom Thriller „Cruising“. In dem Film aus den 1980er Jahren ermittelt Al Pacino als Polizist in der schwulen SM-Szene, um dort einen Serienkiller zur Strecke zu bringen. Und dabei dürften die Bilder sehr deutlich gewesen sein: Aus dem fertigen Film wurden mehr als 40 Minuten Material herausgeschnitten und vernichtet.

Genau auf diese Szenen will sich der Schauspieler mit dem Hang zum filmischen Exhibitionismus in seinem Projekt „James Franco’s Cruising“ konzentrieren. Helfen soll ihm dabei der Filmemacher Travis Mathews. Er ist unter anderem Schöpfer der Doku-Porno-Reihe „In Their Room“, in der er schwule Männer und Paare in verschiedenen Städten in deren Schlafzimmer über ihr Sexleben ausfragt. Da es dabei nicht nur beim Reden bleibt, wurde eine dieser Dokus in Australien verboten.

Durch Interviews konnte das Team die vernichteten Szenen relativ gut rekonstruieren. Mathews soll Franco jetzt helfen, „einen Film mit echten Schwulen-Sex-Szenen zu inszenieren, der die zerstörten 40 Minuten thematisiert“, wie es heißt. Bereits im September soll auf einer Kunstausstellung die erste Rohfassung der Szenen gezeigt werden, für den Frühling ist eine längere Version des Films geplant, die auf Festivals gezeigt werden soll.

Ursprünglich wollte James Franco ein komplettes Remake des Originals drehen, scheiterte aber an den Rechten am Film. Ob das Kunstprojekt auch nach Europa kommt, ist noch nicht klar.