Gambias Präsident will ‚Homosexuelle nicht tolerieren‘

In Gambia hat Präsident Yahya Jammeh wieder gegen Homosexuelle gehetzt. In einer Fernsehansprache zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan sagte er, Verbrechen wie „Homosexualität, Terrorismus und andere subversive Aktivitäten“ würden nicht toleriert werden.

Gleichzeitig kündigte er an, alle noch ausstehenden Todesurteile bis Mitte September zu vollstrecken. Zuletzt wurde in dem westafrikanischen Land vor 27 Jahren ein Häftling hingerichtet.

Homo-Hasser als Drama-Queen

Jammeh droht gerne drastisch: Im Jahr 2008 wollte er im vorwiegend islamisch bewohnten Gambia Gesetze einführen, die Homosexualität „härter bestrafen als im Iran“, wo gleichgeschlechtliche Handlungen mit der Todesstrafe geahndet werden. Er drohte auch schon damit, Schwule enthaupten zu lassen und behauptet, Aids mit einer Kräutercreme, einem Getränk und zwei Bananen heilen zu können.

Derzeit stehen auf homosexuelle Handlungen in Gambia bis zu 14 Jahre Haft. Erst im April sind 15 Männer wegen „unangebrachten Praktiken zwischen Männern“ in Haft genommen worden. Auch schwule Touristen werden immer wieder in Gambia verhaftet.

Amnesty ist zutiefst beunruhigt

Scharfe Kritik an der Ankündigung kommt von der Menschenrechts-Organisation Amnesty International (AI). Für Audrey Gaughran, die Vorsitzende von Amnesty International Afrika, ist Jammehs Ankündigung „zutiefst beunruhigend“: „Jeder Versuch, diese Drohung durchzusetzen, wäre schockierend und ein großer Rückschlag für die Menschenrechte in Gambia.“ In Gambia gebe es keine Prozesse nach internationalen Standards, die Todesstrafe würde vor allem gegen Mitglieder der Opposition verhängt.