Kurt Scheuch hetzt gegen Lesben und Schwule

Ungewohnte Töne kommen vom designierten Kärntner ÖVP-Landesrat Wolfgang Waldner: Er kann sich eine Adoption durch schwule und lesbische Paare auch in Österreich vorstellen. Für FPK-Chef Kurt Scheuch ein Grund, Waldner frontal anzugreifen.

In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Presse“ wird Waldner gefragt, ob seiner Meinung nach „Homosexuelle gemeinsam Kinder adoptieren“ dürften. Der ehemalige Staatssekretär und MQ-Chef sagte, er habe damit grundsätzlich „kein Problem, ch habe ja lange in den USA gelebt.“

Dann möchte Waldner aber seine konservativen Wähler doch nicht verschrecken und relativiert seinen Satz: „Aber ich habe mich noch nicht aus Sicht des Kindes damit beschäftigt, also keine abschließende Meinung“, sagt er der „Presse“.

Scheuch: „Waldner wird Kärntner Seele nicht verstehen“

Für den krisengeschüttelten FPK-Chef Kurt Scheuch ist dieser eine Satz eines langen und umfassendes Interviews ein guter Grund, seinen neuen Kollegen in der Kärntner Landesregierung frontal anzugreifen.

Er lässt über eine Pressemitteilung ausrichten, „für Scheuch und die Freiheitlichen in Kärnten“ blieben „wichtige gesellschaftliche Aufgaben wie das Adoptieren von Kindern, einzig und allein verheirateten Ehepartnern vorbehalten“.

Dann schießt sich Scheuch auf Waldner ein: „Und dies muss auch so bleiben. Die Haltung Waldners zeigt wohl auch, dass es für ihn schwer bis unmöglich sein wird, die Kärntner Seele und die Besonderheit dieses Landes zu verstehen. Denn sonst könnte er wohl kaum dieses Thema in dieser Form strapazieren“, so der FPK-Chef weiter.

Grüne Andersrum kritisieren Scheuch

Kritik an diesen Aussagen gibt es von den Kärntner Grünen Andersrum. Für deren Vorsitzenden Markus René Einicher zeugen sie „von seiner krausen Weltsicht, aber sicher nicht von einer profunden Kenntnis der Kärntner Seele“. „ir wissen aus repräsentativen Studien, dass es längst eine breite Zustimmung für das Recht gleichgeschlechtlicher Paare zur Kinderadoption gibt. Es ist tragikomisch, dass diese Aussage von einem Politiker kommt, dessen Bruder noch vor kurzem die Prügelstrafe in Schulen befürwortet hat.“, so Einicher weiter.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Familie Scheuch gegen Lesben, Schwule und ihre Rechte hetzt. Bereits im Dezember 2009 hat Bruder Uwe ausrichten lassen, dass man mit der Einführung von Eingetragenen Partnerschaften „die Institution Familie untergräbt“: „Wir in Kärnten setzen auf traditionelle Werte wie Familie und Ehe. Andere Sichtweisen sind natürlich möglich, sind aber nicht Teil unserer Kärntner Gesinnungsgemeinschaft“, so Uwe Scheuch damals.