Italiens Rechte hetzt gegen Lesben und Schwule

In Italien hetzt eine rechtsextreme Splitterpartei gegen Lesben und Schwule. Die nicht im Parlament vertretene „Forza Nuova“ versucht, mit markigen Parolen zu punkten.

„Italien braucht Kinder, keine Homosexuellen“, steht auf den Plakaten und Flugblättern, die „Forza Nuova“ derzeit in Ortona, einer kleinen Adriastadt in den Abruzzen, aufgehängt hat. Damit reagiert die Partei auf eine Aktion der größten italienischen Lesben- und Schwulenorganisation Arcigay. Diese hatte in der Stadt eine Aktion für die Öffnung der Ehe abgehalten, als sie von den rechten Parolen gestört wurde.

„Wir glauben, dass Homosexualität eine Krankheit ist. Und das ist ekelhaft. Aber die Aktion ist eine Reaktion gegen den Versuch einer Homo-Ehe, nicht gegen Homosexualität selbst. Wir sind nicht homophob, aber wir glauben, schwul oder lesbisch zu sein ist nicht normal“, so Marco Forconi von „Forza Nuova“.

Von örtlichen Lesben- und Schwulenverbänden kam eine empörte Reaktion. „Das ist wie im Faschismus, und es erinnert an Mussolinis Aufruf für mehr Kinder. Das ist Schwulen- und Lesbenhass und wir können das nicht mehr tolerieren. Wir rufen die fortschrittlicheren Italiener auf, zu reagieren und zu verstehen, dass Lesben- und Schwulenrechte unser aller Rechte sind“, heißt es in einer Presseaussendung.

Die „Forza Nuova“ wurde 1997 gegründet und erreichte bei den letzten Parlamentswahlen 0,3 Prozent der Stimmen. Damit stellt sie keinen politischen Würdenträger. Gründungsort der in Rom beheimateten Partei war übrigens Großbritannien – Parteiführer Roberto Fiore war wegen Terrorismus in Italien zu Haftstrafen verurteilt worden und fast zehn Jahre lang in Großbritannien flüchtig.