‚Homosexualität ist eine Verschwörung Israels und des Westens‘

Israel und der Westen haben sich verschworen, um Homosexualität zu verbreiten und so die Weltherrschaft zu übernehmen. Das behauptet zumindest die staatliche iranische Nachrichtenseite „Mashregh News“.

Die entsprechende Meldung liest sich wie ein Artikel aus den Nazi-Hetzblatt „Stürmer“: Unter dem Titel „Einführung in die offenen und verborgenen Aspekte zur Verbreitung von Homosexualität in der Welt“ erfährt der Leser, dass das „jüdische Finanz- und Humankapital“ und „der Westen, besonders Amerika und Großbritannien“ hinter dieser Verschwörung stecken sollen.

„Homo-Unterricht an jüdischen Unis verpflichtend“

„Für Israel ist es so wichtig, Homosexualität zu unterstützen, dass in den Schulen der konservativen Juden sich die Rabbis einverstanden erklärt haben, homosexuelle Männer und Frauen bei den Ritualen der jüdischen Religion zu akzeptieren“, heißt es in der Hetzschrift.

„Jüdische Universitäten“ hätten Homosexualität auf dem Lehrplan, und „dieses Training ist für alle Schüler an kalifornischen Schulen verpflichtend“, so „Mashregh“.

„Homo-Bewegung im Sold der Zionisten“

Sämtliche westliche Autoren, die positiv über Homosexualität schreiben, stünden im Sold der Zionisten, heißt es in dem Pamphlet weiter. Israel würde auch Lesben- und Schwulenparaden auf der ganzen Welt unterstützen, und Tel Aviv sei „das Schwulenparadies auf Erden“.

Weiters behauptet das staatliche iranische Medium, die US-Filmindustrie würde seit den 1950er-Jahren daran arbeiten, Homosexualität in der Gesellschaft als normal zu etablieren.

„Ehrliche Unterstützung wäre Hilfe zur Heilung“

Der Artikel bezeichnet die Unterstützung westlicher Länder für die schwul-lesbische Community als „unaufrichtig“ – denn wäre sie ehrlich, so der Iran, würde sie medizinische Unterstützung zur Heilung von Homosexualität anbieten, so der Artikel weiter.

Der Iran gilt für Schwule und Lesben als der wohl gefährlichste Ort der Welt. Die Todesstrafe wegen gleichgeschlechtlicher Handlungen wird dutzende Male im Jahr vollstreckt – auch bei Minderjährigen.