‚Homo-Heiler‘ verliert in Australien Zulassung als Hausarzt

In Australien ist einem 75-Jährigen seine Zulassung als Hausarzt entzogen worden, weil er im Jahr 2008 einem damals 18-jährigen Tabletten zur „Heilung“ seiner Homosexualität verschrieben hat. Das berichtet der „Sydney Morning Herald“ in seiner aktuellen Ausgabe.

Sowohl Dr. Mark Craddock als auch sein Patient gehörten damals der konservativen christlichen Sekte „Exclusive Brethren“ an. Nach seinem Coming Out in der Gemeinde hat ein Kirchenoberhaupt ihm den Arzt empfohlen: Er könne bei diesem „Problem“ helfen.

Und das tat er auch: Um die Homosexualität des Burschen zu „heilen“, verschrieb Craddock dem jungen Mann einen Testosteron-Hemmer, der normalerweise verschrieben wird, um Vergewaltiger chemisch zu kastrieren.

Dafür verschrieb Craddock ihm das Medikament in einer gesundheitlich bedenklichen Menge, wie er auch der Gesundheits-Beschwerdebehörde bei seiner Anhörung bestätigte. Nur zehn Minuten soll das Gespräch gedauert haben, bevor der Craddock das Rezept ausgestellt hat.

Der heute 24-Jährige hat den Arzt bei der Behörde angezeigt, nachdem ihn seine Eltern aus dem Haus geworfen haben, weil er das gefährliche Medikament nicht genommen hatte.

Diese bestätigt den Burschen: Eine klinische Notwendigkeit für das Medikament habe es nicht gegeben, betont die Behörde. Außerdem habe der Arzt seinen Patienten nicht an einen Psychologen oder eine Beratungsstelle weitervermittelt. Das ist aber die Grundvoraussetzung, um jemandem in Australien dieses Medikament zu verschreiben. Für die Behörde gute Gründe, dem Mediziner seine Zulassung als Hausarzt zu entziehen.