Österreichs Jugendliche werden gegenüber Lesben und Schwulen toleranter

Österreichs Jugendliche werden gegenüber Randgruppen intoleranter. Eine Ausnahme bilden „Homosexuelle, Menschen, die an Aids erkrankt sind und in geringerem Maße Gastarbeiter“. Das geht aus der aktuellen Jugendwertestudie hervor, die von der Arbeiterkammer (AK) Wien in Auftrag gegeben wurde.

Waren es 1990 noch über 30 Prozent der Befragten 16- bis 24-Jährigen, die keine schwulen und lesbischen Nachbarn wollten, sind es 2011 weniger als die Hälfte. Bei „Leuten, die Aids haben“ – so die Fragestellung – sank die Ablehnung von knapp unter 30 auf etwas über 10 Prozent. Die unbeliebtesten Nachbarn sind übrigens Rechtsextremisten, Drogenabhängige, Alkoholiker, psychisch Kranke und Vorbestrafte.

Dass Jugendliche Lesben und Schwulen „kaum mehr öffentlich artikulierte Ressentiments entgegenbringt“, dazu haben „die überwiegend wohlwollende mediale Darstellung und das generell positive Bild, das in der Öffentlichkeit von Homosexuellen gezeichnet wird“ beigetragen, so die Studienautoren. Aber: ob die hohe Zustimmung gegenüber Lesben und Schwulen auf sozial erwünschtes Antwortverhalten zurückzuführen ist, kann nicht wirklich geklärt werden, gibt die Studie an anderer Stelle zu bedenken. Im direkten Vergleich sind übrigens Frauen und gebildete Jugendliche Homosexuellen gegenüber toleranter als Männer und Jugendliche ohne Matura.

„Auch Aids-Kranken gegenüber zeigt man heute deutlich weniger Misstrauen als früher, was auch damit zu tun haben kann, dass Aids heute öffentlich kaum mehr thematisiert wird“, heißt es in der Jugend-Wertestudie weiter.

Die Jugend-Wertestudie 2011 wurde von der AK Wien in Auftrag gegeben. Weitere Fördermittel wurden von der AK Niederösterreich, dem Bundeskanzleramt, dem Sozial- und dem Unterrichtsministerium sowie der OMV zur Verfügung gestellt.

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