Schwierige Scheidung für schwules Paar in Israel

In Israel möchte sich ein schwules Paar scheiden lassen. Das Besondere: In Israel gibt es für jüdische Staatsbürger keine Zivilehe. Auch werden keine gleichgeschlechtlichen Ehen geschlossen, sondern nur jene aus dem Ausland anerkannt. Nun muss sich ein religiöses Gericht aus Tel Aviv, das die Ehe nie geschlossen hätte, mit deren Scheidung beschäftigen.

„Es ist unklar, ob das rabbinische Gericht die Ehe zwischen Uzi Even, dem ersten offen schwulen Mitglied der Knesset, und Dr. Amit Kama scheiden wird“, berichtet der Online-Dienst Ynet. Die beiden heirateten 2004 in Kanada, nachdem sie über ein Jahrzehnt zusammen waren.

Vor drei Jahren trennte sich das Paar schließlich. Even möchte nun seinen neuen Partner heiraten, muss dafür aber zuvor geschieden werden. Weil in Kanada aber nur kanadische Staatsbürger geschieden werden können, und in Israel für die Scheidung israelischer Staatsbürger das rabbinische Gericht zuständig ist, wird der Fall kompliziert. Die materiellen Aspekte der Scheidung hat das Paar schon vor dem Familiengericht geregelt.

Mit der Scheidung sind Even und Kama wohl ein letztes Mal Vorreiter für schwul-lesbische Rechte in Israel. Im Jahr 2006 haben sie vor dem Obersten Gerichtshof die Anerkennung ihrer Ehe erstritten, und 2009 hat ihnen ein Gericht das Recht anerkannt, ihren nach 15 Jahren ihren 30-jährigen Ziehsohn adoptieren zu dürfen. Dieser wurde von zu Hause vertrieben, weil er schwul ist.