Französische Justizministerin legt Pläne zur Ehe-Öffnung vor

In einem Interview mit der Zeitung „La Croix“ hat die französische Justizministerin Christiane Taubira gestern klar gemacht, wie die sozialistische Regierung homosexuellen Paaren gleiche Rechte zugestehen möchte. Das betrifft nicht nur die Zivilehe, sondern auch die Adoption.

In dem Gesetzesentwurf würden die derzeitigen Regelungen über Hochzeiten, Kindschafts- und Verwandtschaftsverhältnisse einfach auf Lesben und Schwule übertragen, so Taubira: „Damit öffnen wir die Adoption für homosexuelle Paare und zwar in einem identischen Rahmen wie der, der derzeit in Kraft ist“. Lesben und Schwule könnten Kinder dann als Einzelpersonen oder als Paar adoptieren.

Wahlversprechen wird eingelöst

Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ist eines der zentralen Wahlversprechen des neuen französischen Präsidenten François Hollande. Premierminister Jean-Marc Ayrault hat bereits Angang Juli angekündigt, dass die Neuregelungen bis zum ersten Halbjahr 2013 in Kraft sein sollen.

Bei der Öffnung der Ehe weiß die französische Regierung eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich: Einer aktuellen Umfrage zufolge sind 65 Prozent der Franzosen dafür. Bei der Ausweitung des Adoptionsrechts gehen die Meinungen aber deutlich auseinander. Die Vorsitzende der Christdemokraten, Christine Boutin, verlangte deshalb ein Referendum zur Homo-Ehe.