‚HPV-Impfung auch für Burschen‘

Auch Burschen sollen künftig gegen Humane Papillomaviren (HPV) geimpft werden, wenn es nach internationalen Wissenschaftern geht. Derzeit werden nur Mädchen geimpft, weil das Virus eine der Ursachen für Gebärmutterhalskrebs sein kann.

Doch auch bei Männern kann HPV gefährlich werden: Die Viren gelten als Hauptursache für Anal-, Mandel- und Zungenkrebs, warnt die Pathologin Margaret Stanley von der britischen Universität Cambridge. Außerdem sind die Viren oft wesentlichen mitschuldig bei bösartigen Tumore an Penis und Kehlkopf: „Man vermutet, dass sie der Haupterreger von fünf Prozent aller menschlichen Krebserkrankungen sind“, so die Expertin.

Besonders schwule Männer betroffen

Besonders warnt Stanley vor bösartigen Analtumoren. Diese Krebsart sei selten, doch die Zahl der Betroffenen steige vor allem bei den 20- bis 49-jährigen Männern. Am höchsten sei das Risiko für schwule Männer, erklärt die Pathologin in ihrem Artikel.

Bis jetzt unterstützen nur die USA, Kanada und Australien die HPV-Impfung für Buben. Das reicht nicht, warnt der Medizin-Nobelpreisträger Harald zur Hausen. Der 76-Jährige hat die Auszeichnung für die Entdeckung bekommen, dass der HPV-Virus bei Frauen Gebärmutterhalskrebs verursachen kann. „Wenn wir wirklich die Viren in einem vorhersehbaren Zeitraum drastisch reduzieren oder ausrotten wollen, können wir das nur, wenn beide Geschlechter geimpft werden“, setzt er sich für die Impfung von Buben ein. Denn Männer können die Viren auch beim Sex auf Frauen übertragen.

Durchimpfung bis jetzt vor allem eine Kostenfrage

Dass bis jetzt Burschen nicht automatisch geimpft werden, liegt vor allem an den Kosten. Nur schwule Männer zu impfen wäre ethisch nicht vorstellbar, so Stanley. Außerdem käme die Impfung dann zu spät: Harald zur Hausen empfiehlt sie für Neun- bis 14-Jährige, am Besten „vor Einsetzen der sexuellen Aktivität“.

Und die Impfung gegen HPV würde noch eine andere unangenehme Erscheinung verhindern: „Genitalwarzen, vor denen zumindest einer der Impfstoffe schützt, sind eine äußerst unangenehme und unerfreuliche Infektion“, erklärt zur Hausen.

Links zum Thema

  • GGG.at Gesundheit: Feigwarzen